Ratgeber · Für Influencer-Managements

Wie verwaltet eine Influencer-Agentur die Affiliate-Einnahmen ihrer Talente?

Meist laufen Affiliate-Konten auf die Creator selbst. Das Geld geht an sie, die Agentur sieht die Zahlen nur, wenn die Creator sie weitergeben oder ihr einen Zugang freischalten, und stellt ihren vereinbarten Provisionsanteil in Rechnung. Mit dem Login der Creator zu arbeiten, ist keine Lösung: Manche Programme verbieten, Zugangsdaten weiterzugeben. Weniger Arbeit macht eine Plattform, die den Anteil der Agentur selbst abzieht und Creator und Agentur getrennt abrechnet. Das gilt dann aber nur für Einnahmen über diese Plattform.

Stand:

Alle deine Creator in einem Dashboard, dein Provisionsanteil wird automatisch abgerechnet.

Wie der Anteil zur Agentur kommt: drei Wege

WegWer bekommt das GeldWas schwierig ist
Konto beim Creatorder Creator, die Agentur stellt ihm ihren Anteil in RechnungZahlen je Creator und Programm einsammeln, Zahlung nachhalten
Geld zuerst an die Agenturdie Agentur, sie zahlt den Creatorn ihren Teil ausCreator brauchen Einblick in jede Abrechnung, Programmbedingungen prüfen
Plattform teilt selbstCreator und Agentur, getrennt abgerechnetgilt nur für Einnahmen, die die Plattform selbst aufteilt

Wo eine Plattform selbst teilt, gilt das nur für das Geld, das über sie läuft. Für andere Programme und für Kooperationen bleibt es bei der Rechnung, du hast dann zwei Wege nebeneinander. Und nicht jede Plattform mit einem Zugang fürs Management teilt überhaupt, wie der nächste Abschnitt zeigt.

Was ShopMy, Linktree, Stylink und Amazon zu Zugang und Anteil schreiben

AnbieterWas dort stehtQuelle, Stand
ShopMyManager-Konto entsteht über eine Einladung des Creators; Provisionen aus Links liegen im Konto des Creators, die Agentur sieht sie, wenn er ihr Zugriff gibtHilfe-Center für Manager, gelesen am 22. Oktober 2026
ShopMyautomatische Aufteilung für einen Anteil an pauschalen Opportunity-Honoraren; den Satz legt der Creator fest, rückwirkend gilt er nichtHilfe-Center für Manager, Stand 21. Mai 2026
LinktreeAdmins per Einladung, mit vollem Zugriff auf Design, Insights und Links; im Premium-TarifLinktree-Hilfe, Stand 12. Oktober 2026
Stylinkder Creator sorgt dafür, dass nur er sein Konto nutzt, und gibt Login-Daten nicht an Dritte weiterAGB, Stand August 2026, § 2 Abs. 10
Amazon-PartnerprogrammHandlungen einer Person, die der Partner dazu ermächtigt, gelten als seine eigenenTeilnahmevereinbarung, aktualisiert am 15. Oktober 2025, Ziffer 12

Die Angaben stammen von den Seiten der Anbieter, gelesen am 22. Oktober 2026. Ein Zugang fürs Management heißt nicht, dass die Plattform deinen Anteil abrechnet: Bei ShopMy bleiben Provisionen aus Links beim Creator, und Linktree beschreibt den Admin-Zugang als Weg, mit dem ein Teammitglied oder ein Management hilft, die Seite aktuell zu halten.

Sich mit den Zugangsdaten des Creators anzumelden, ersetzt einen eigenen Zugang auch nicht: Stylink schließt die Weitergabe der Login-Daten in seinen AGB aus, und bei Amazon gilt, was eine vom Partner ermächtigte Person tut, als seine eigene Handlung. Gibt es keinen Zugang fürs Management, schickt dir der Creator jeden Monat die Abrechnung oder einen Export des Programms.

Rechenbeispiel: Anteil auf offene oder bestätigte Provision?

Angenommen, eine Agentur hat mit einem Creator 20 % Provisionsanteil vereinbart. Im März stehen im Partnerprogramm 1.000 € Provision für ihn auf „offen“. Offen heißt: Der Kauf ist erfasst, aber Widerruf, Rückgabe oder Storno sind noch möglich.

  1. März: 1.000 € Provision stehen auf „offen“. 20 % davon wären 200 €.
  2. April: Retouren und Stornos ziehen 150 € ab, das Programm bestätigt 850 €.
  3. Mai: Das Programm zahlt die 850 € an den Creator aus. Der Anteil der Agentur: 20 % von 850 € sind 170 €.
  4. Gilt der Anteil laut Vertrag für die bestätigte Provision, hat die Agentur aber schon im März 200 € in Rechnung gestellt, muss sie jetzt 30 € korrigieren, also zurückzahlen oder mit der nächsten Rechnung verrechnen.
  5. Steht im Vertrag, dass der Anteil für bestätigte, ausgezahlte Provision gilt und im Monat der Zahlung abgerechnet wird, stellt die Agentur im Mai einmal 170 € in Rechnung, ohne Korrektur.

Aufstellung als Anlage zur Rechnung über den Provisionsanteil

Aufstellung Provisionsanteil an Affiliate-Einnahmen, Abrechnung Mai 2026
Creator: [Name]
Grundlage: Managementvertrag vom [Datum], Provisionsanteil 20 % auf bestätigte, ausgezahlte Affiliate-Provision

Programm: [Name des Programms]
Käufe aus: März 2026
Ausgezahlt am: [Datum]
Ausgezahlte Provision: 850,00 €
Rückbuchungen aus früheren Monaten: 0,00 €
Grundlage für den Anteil: 850,00 €
Provisionsanteil 20 %: 170,00 €

Beleg: Auszahlungsübersicht oder Export des Programms für Mai 2026, im Anhang

Was du mit deinen Talenten vorher regelst

  • Für welche Einnahmen der Provisionsanteil gilt: Kooperationen, Affiliate-Programme, Creator-Shop.
  • Ob er auf offene oder auf bestätigte, ausgezahlte Provision gerechnet wird und in welchem Monat du ihn abrechnest.
  • Wie du an die Zahlen kommst: über einen eigenen Zugang, den der Creator freischaltet, oder über die Abrechnung oder einen Export, den er dir jeden Monat schickt.
  • Was mit Provisionen passiert, die nach dem Vertragsende für Käufe aus der Vertragszeit eingehen.
  • Wer Auszahlungs- und Steuerdaten in den Programmen ändern darf. Über die Bankverbindung entscheidet sich, wohin das Geld geht.
  • Umsatzsteuer: Ob auf deiner Rechnung an Creator Umsatzsteuer steht, hängt unter anderem davon ab, ob deine Agentur die Kleinunternehmerregelung nach § 19 UStG nutzt und wo die Creator ansässig sind. Was für euch gilt, klärst du mit deiner Steuerberatung.

So ist es bei wyrld

Als Influencer-Management bekommst du bei wyrld ein eigenes Dashboard. Je Creator siehst du Profilaufrufe, Produktaufrufe, Käufe und Provision, dazu die Summen über alle Creator, offene und auszahlbare Provision und alle Gutschriften, deine eigenen und die deiner Creator. Du und deine Creator seht dieselben Zahlen.

Den Provisionsanteil, den du mit deinen Creatorn vereinbart hast, hinterlegst du im Dashboard, 0 bis 100 Prozent je Creator. Du kannst ihn später ändern, der vereinbarte Satz gehört deshalb in euren Vertrag. Ihre übrigen Abrechnungsdaten bestätigen deine Creator einmal selbst, danach änderst du sie nicht mehr.

wyrld rechnet am Anfang des Folgemonats ab und zieht deinen Anteil vom Verdienst deiner Creator ab, er wird nicht zusätzlich gezahlt. Deine Creator bekommen ihre Gutschriften, du eine eigene Sammel-Gutschrift. Provisioniert wird der Nettowert eines Kaufs nach Retouren und Stornos. Für die Einnahmen über wyrld leitest du also kein Geld weiter und schreibst deinen Creatorn keine Rechnung. Abgerechnet wird mit jeder Rechtsform, auch mit Gesellschaften im Ausland.

FAQ

Häufige Fragen.

Wie bekommt ein Talent-Management automatisch seinen Anteil an Affiliate-Provisionen?

Automatisch nur, wenn die Plattform den Verdienst selbst aufteilt. Bei Affiliate-Programmen ist das in der Regel nicht vorgesehen: Das Konto gehört dem Creator, und die Agentur stellt ihren Anteil in Rechnung. Bei wyrld hinterlegt das Management den vereinbarten Anteil je Creator im Dashboard. Die Monatsabrechnung zieht ihn ab: Der Creator bekommt seine Gutschrift, das Management seinen Anteil in einer eigenen Sammel-Gutschrift.

Bekommt die Agentur ihren Anteil auch nach dem Ende der Zusammenarbeit?

Das regelt euer Managementvertrag, nicht das Partnerprogramm. Weil Affiliate-Provisionen erst einige Zeit nach dem Kauf bestätigt und ausgezahlt werden, gehen nach dem Ende oft noch Beträge aus der Vertragszeit ein. Legt fest, ob der Anteil nach dem Kaufdatum oder nach dem Zahlungsdatum gilt und bis wann er abgerechnet wird.

Welche Zahlen braucht ein Management, um Affiliate-Einnahmen abzurechnen?

Je Creator und Programm die Provision und ihren Stand, also offen, bestätigt oder ausgezahlt, dazu Stornos und Retouren. Bei Programmen, die pro Klick zahlen, kommen die vergüteten Klicks dazu. Sauber abrechnen lässt sich nur, was bestätigt ist. Die Abrechnung oder ein Export des Programms ist dafür verlässlicher als ein Screenshot.

Darf sich eine Agentur mit den Zugangsdaten des Creators bei einem Partnerprogramm anmelden?

Manche Programme schließen das aus. Laut Stylink-AGB (§ 2 Abs. 10) muss der Creator dafür sorgen, dass nur er sein Konto nutzt, und darf seine Login-Daten nicht an Dritte weitergeben. Beim Amazon-Partnerprogramm gilt laut Ziffer 12 der Teilnahmevereinbarung, was eine vom Partner ermächtigte Person tut, als seine eigene Handlung. Wo es einen Zugang per Einladung gibt, ist er der sauberere Weg, sonst ein monatlicher Export.

Stand der Angaben:

Quellen

Diese Seite erklärt allgemein, wie Influencer-Managements ihren Anteil an Affiliate-Einnahmen abrechnen können, und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Die Angaben zu ShopMy, Linktree, Stylink und Amazon stammen von deren eigenen Seiten, gelesen am 22. Oktober 2026, und können sich ändern. Was in euren Vertrag gehört und wie der Anteil steuerlich zu behandeln ist, klärst du mit einer Anwältin, einem Anwalt oder deiner Steuerberatung. Gelesen am :

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