Ratgeber · Für Shops und Marken
Wie viel Provision kann ich Influencern zahlen, und welche Modelle gibt es?
Wie viel Provision du Influencern zahlen kannst, ergibt sich aus deinem Deckungsbeitrag je Bestellung: Nettoumsatz nach Retouren minus Wareneinsatz, Versand, Zahlungs- und Retourenkosten. Zieh ab, was dir mindestens bleiben soll, und gegebenenfalls Gebühren eines Affiliate-Netzwerks. Den Rest teilst du durch den Nettoumsatz nach Retouren. Soll die Hälfte bleiben, sind das mit angenommenen Zahlen bei Mode rund 17 %, bei Beauty rund 26 %. Infrage kommen fester Satz, Staffel, Bonus, Neukundenprovision, Fixum plus Provision sowie Klick plus Kauf.
Stand:
Mit wyrld Boost bringst du dein Budget sofort zu Creatorn, die deine Produkte zeigen, und zahlst nach Ergebnis.
So rechnest du deine Obergrenze aus
Deine Obergrenze steht in deiner Kalkulation je Bestellung. Rechne mit dem Deckungsbeitrag, also dem, was nach den variablen Kosten übrig bleibt, und lass die Retouren nicht weg: Zahlst du Provision nur auf behaltene Ware, kostet dich eine Rücksendung keine Provision, Versand und Bearbeitung trägst du trotzdem.
Läuft dein Programm über ein Affiliate-Netzwerk, zieh dessen Gebühren laut deinem Vertrag vom Budget ab, bevor du den Satz festlegst. Gibt es zum Link einen Rabattcode, rechnest du mit dem Nettopreis nach Rabatt. Das Beispiel rechnet mit angenommenen Zahlen aus der Mode, ohne Netzwerkgebühren und Rabattcode, und zurückgeschickte Ware geht wieder voll in den Verkauf.
- Nimm den Nettopreis einer typischen Bestellung, also ohne Umsatzsteuer. Im Beispiel sind das 60 €.
- Zieh den Wareneinsatz ab. Bei 24 € bleiben 36 € Rohertrag.
- Rechne die Retouren ein. Bei angenommen 40 % Retouren behältst du im Schnitt 60 % der Bestellungen, also 0,6 × 36 € = 21,60 € Rohertrag je Bestellung.
- Zieh die Kosten ab, die auch bei einer Rücksendung bleiben: Versand, Verpackung und Zahlung, angenommen 7 €, dazu 6 € je Retoure, also 0,4 × 6 € = 2,40 €. Übrig sind 12,20 € Deckungsbeitrag vor Provision.
- Leg fest, wie viel davon dir mindestens bleiben soll, im Beispiel die Hälfte. Dein Budget für Provision sind dann 6,10 € je Bestellung.
- Teile das Budget durch den Nettoumsatz nach Retouren: 6,10 € ÷ (0,6 × 60 €) = 6,10 € ÷ 36 € ≈ 17 %. Das ist die höchste Provision auf den behaltenen Nettowert, die zu diesen Annahmen passt.
- Bestellt angenommen jede dritte Person, die neu bei dir kauft, später noch einmal mit gleichem Deckungsbeitrag und ohne Provision, kommen im Schnitt 12,20 € ÷ 3 ≈ 4,07 € dazu. Mit der Hälfte von 16,27 € als Budget wären für Erstkäufe rund 23 % drin.
Drei Beispiele: Mode, Beauty, Interior
ihrer Online-Käufe schicken Menschen in Deutschland, die online einkaufen, nach eigener Angabe im Schnitt zurück.
Bitkom Research, Befragung Herbst 2023, 1.050 Online-Shopper ab 16 Jahrenihrer Online-Käufe schicken 16- bis 29-Jährige im Schnitt zurück. Bei Frauen sind es 14 %, bei Männern 9 %.
Bitkom Research, Befragung Herbst 2023, 1.050 Online-Shopper ab 16 Jahrennennen eine unpassende Größe als Grund, warum sie schon einmal etwas zurückgeschickt haben, zum Beispiel bei Kleidung oder Möbeln.
Bitkom Research, Befragung Herbst 2023, Online-Shopper ab 16 Jahren| Annahme je Bestellung | Mode | Beauty | Interior |
|---|---|---|---|
| Nettopreis | 60 € | 40 € | 150 € |
| Wareneinsatz | 24 € | 14 € | 75 € |
| Versand, Verpackung, Zahlung | 7 € | 5 € | 15 € |
| Retourenquote | 40 % | 5 % | 15 % |
| Kosten je Retoure | 6 € | 5 € | 20 € |
| Deckungsbeitrag vor Provision | 12,20 € | 19,45 € | 45,75 € |
| Obergrenze ohne Gewinn | 34 % | 51 % | 36 % |
| Tragbar, wenn die Hälfte bleibt | 17 % | 26 % | 18 % |
Alle Werte in der Tabelle sind Annahmen, keine Branchenwerte. Setz deine eigenen ein. Für Mode nimmt das Beispiel bewusst eine viel höhere Quote an als den Bitkom-Schnitt, weil bei Kleidung die Größe passen muss, und die Größe ist in der Befragung der häufigste Retourengrund. Die Prozentwerte beziehen sich auf den Nettoumsatz nach Retouren.
Zahlst du die Provision auf den Bestellwert vor Retouren, sinkt die Grenze im Mode-Beispiel von rund 17 % auf rund 10 %, weil du dann auch für zurückgeschickte Ware zahlst. Bei Beauty mit wenigen Rücksendungen macht das kaum einen Unterschied: 26 % gegen 24 %.
Welche Modelle es gibt
| Modell | So funktioniert es | Gut für | Risiko |
|---|---|---|---|
| Feste Provision | ein Satz für alle Creator | einfacher Start, leicht zu erklären | Top-Creator bekommen nicht mehr |
| Staffel | höherer Satz ab einem Monatsumsatz | Top-Creator belohnen | oberste Stufe kann die Marge sprengen |
| Bonus | fester Betrag ab einem Ziel | Launches, Aktionswochen | Ziel zu leicht oder unerreichbar |
| Neukundenprovision | höherer Satz nur für Erstkäufe | Wachstum, neue Kundschaft | Erstkäufe müssen erkennbar sein |
| Fixum plus Provision | Honorar für den Beitrag plus Provision | große Kampagnen, eigene Inhalte | Fixum fällig auch ohne Verkauf |
| Klick plus Kauf | Betrag pro Klick plus Provision | Reichweite, Inspiration | Kosten auch ohne Kauf |
Fang mit einem festen Satz unter deiner Obergrenze an und lass Luft für Staffel oder Bonus. Bei einer Staffel rechnest du die oberste Stufe gegen die Obergrenze, nicht die unterste. Eine spätere Kürzung trifft gerade die Creator, die deine Produkte schon zeigen. Ob einzelne Creator einen eigenen Satz bekommen sollten und ab wie vielen zusätzlichen Bestellungen sich das rechnet, zeigt der Ratgeber zur Provision je Creator.
Ein Betrag pro Klick passt, wenn du ohnehin für Besuche zahlst, etwa über Anzeigen. Vergleiche ihn mit dem, was dich ein Besuch dort kostet.
Zahlst du Creatorn ein Entgelt für Werbung mit selbst erstellten Fotos, Videos oder Texten, gehört es laut Künstlersozialkasse (KSK) zur Bemessungsgrundlage der Künstlersozialabgabe: 4,9 % im Jahr 2026, 5,0 % im Jahr 2027. Provisionen aus Affiliate-Kooperationen gehören laut KSK nicht dazu, weil Creator dabei für das Einbetten von Affiliate-Links bezahlt werden, also nicht unmittelbar für eine künstlerische oder publizistische Leistung. Bei Fixum plus Provision zählt deshalb jedenfalls das Fixum. Zu solchen Mischverträgen sagt die KSK-FAQ nichts eigens. Zahlungen an eine GmbH oder eine andere juristische Person zählen laut KSK nicht mit. Ob du überhaupt abgabepflichtig bist, hängt von deinem Unternehmen ab. Was für dein Unternehmen gilt, klärst du mit der KSK oder deiner Steuerberatung.
Was die 10 bis 25 % bei LTK und die Amazon-Sätze dir sagen
Laut der deutschen LTK-FAQ bieten Marken auf LTK „in der Regel“ zwischen 10 und 25 % Provision (gelesen am 22. Oktober 2026). Das beschreibt die Marken auf dieser Plattform und sagt nichts über deine Marge.
Auf amazon.de sieht Amazons Standard-Vergütungskatalog für Partner je nach Kategorie 0 bis 6 % vor, zum Beispiel 6 % für Bekleidung & Accessoires, 5 % für Möbel und Wohnen und 4 % für Beauty (gelesen am 22. Oktober 2026). Als Maßstab für deine Obergrenze taugen diese Sätze nicht, sie gehören zu Amazons Kalkulation. Verkauft Amazon dein Produkt aber auch, können Creator ebenso dorthin verlinken, und dein Satz steht neben dem von Amazon.
Auch ein Satz am oberen Ende bringt von allein keine Beiträge. Ein Partnerprogramm, in dem Creator deine Produkte auswählen können, erzeugt keine Reichweite, solange niemand postet. Viele Partner werden nie aktiv, und gerade die Creator, die du dir wünschst, posten meist nur mit Anlass, etwa einer Kampagne mit Budget oder einem Launch. Die Provision entscheidet mit, ob sich ein Beitrag für sie rechnet. Die eigentliche Aufgabe ist, Creator zu aktivieren, viele gleichzeitig, und danach zu sehen, wer verkauft.
So ist es bei wyrld
Mit wyrld Boost bringst du ein Kampagnenbudget zu Creatorn, die deine Produkte zeigen. Du legst Produkte, Zeitraum und KPIs fest, zum Beispiel Käufe oder Klicks, und bestimmst, in welchen Shops gekauft wird. Viele Creator können gleichzeitig mitmachen. Ob sie dabei sind, entscheiden sie selbst. Ausgezahlt wird nach den erreichten KPIs, und Kampagnenvideos kennzeichnen die Creator als Werbung. In deiner Rechnung setzt du das Budget wie ein Fixum an und stellst es gegen den Deckungsbeitrag der Käufe.
Läuft dein Partnerprogramm über eines der großen Affiliate-Netzwerke, erscheint wyrld dort als ein einziger Partner, über den Hunderte Creator, vor allem aus Mode, Beauty und Interior, deine Produkte in der Regel schon auswählen können. Das Brand- und Shop-Abo zeigt dir, welche Creator dahinter deine Produkte zeigen, wer Klicks bringt und, soweit dein Shop die Käufe meldet, wer verkauft. So zahlst du nicht allen dieselbe Provision: Für die Creator, die verkaufen, legst du eigene Sätze oder Boni fest, und wyrld richtet sie ein. Vergütet wird nach Ergebnis, pro Klick, pro Kauf oder beides.
Ohne Partnerprogramm ist auch eine direkte Anbindung möglich. Die Preise für Abo und Boost nennen wir auf Anfrage.
Häufige Fragen.
Wie viel Prozent Provision ist für Influencer üblich?
Eine feste Zahl gibt es nicht, weil Marge und Retouren je Shop sehr verschieden sind. Laut LTK bieten die Marken dort in der Regel 10 bis 25 %, Amazons Standardsätze auf amazon.de liegen je nach Kategorie bei 0 bis 6 %. Beides gilt nur für diese Plattformen. Entscheidend ist deine Rechnung: Deckungsbeitrag nach Retouren, abzüglich dessen, was dir bleiben soll, geteilt durch den behaltenen Nettoumsatz.
Zahle ich Provision auch für zurückgeschickte Bestellungen?
Das regeln die Bedingungen deines Partnerprogramms. Rechnest du auf den behaltenen Nettowert, zahlst du für Rücksendungen nichts, gibst einen Kauf aber erst frei, wenn die Ware sicher bleibt. Privatkundschaft kann meist 14 Tage ab Erhalt der Ware widerrufen (§ 355 Abs. 2, § 356 Abs. 2 Nr. 1 BGB) und hat danach bis zu 14 Tage, um sie abzusenden (§ 355 Abs. 3, § 357 Abs. 1 BGB). Längere Rückgabefristen verschieben die Freigabe.
Berechne ich die Provision auf den Brutto- oder den Nettopreis?
Rechne auf den Nettopreis ohne Umsatzsteuer und ohne Versandkosten. Sonst zahlst du Provision auf Steuer, die nicht bei dir bleibt, und auf Versand, der nur deine Kosten deckt. Schreib die Grundlage in die Bedingungen deines Partnerprogramms, damit Creator sie vorher kennen.
Bekomme ich mit einer höheren Provision mehr Influencer, die meine Produkte posten?
Nicht von allein. Ein höherer Satz macht einen Beitrag attraktiver für Creator, die deine Produkte ohnehin zeigen wollen. Ob jemand überhaupt postet, hängt meist vom Anlass ab, etwa einer Kampagne mit Budget, einem Launch oder Produkten, die zur eigenen Community passen. Erhöhe den Satz deshalb nur bis zu deiner Obergrenze und prüf nach ein paar Wochen, wer nach Retouren tatsächlich verkauft.
Lohnt sich eine höhere Provision für Erstkäufe?
Wenn neue Kundschaft später wieder bei dir bestellt, kann sie sich lohnen. Rechne den erwarteten Deckungsbeitrag der Folgekäufe zum ersten Kauf dazu. Im Mode-Beispiel oben steigt die tragbare Provision so von rund 17 auf 23 %, angenommen jede dritte neue Person bestellt noch einmal. Erstkäufe müssen dafür erkennbar sein. Wie viel ein Neukunde über mehrere Monate wert ist, rechnest du auf der Seite zu den Kosten je Neukunde aus.
Stand der Angaben:
Quellen
Die Zahlen in den Rechenbeispielen sind Annahmen. Diese Seite erklärt Rechenwege allgemein und ersetzt keine Steuer- oder Rechtsberatung. Gelesen am :
- Bitkom: Online-Shopping, jeder zehnte Kauf geht zurück (17. April 2024)
- LTK: FAQ (Deutschland)
- Amazon-Partnerprogramm: Standard-Vergütungskatalog
- Künstlersozialkasse: FAQ Unternehmen und Verwerter, Fragen 9 und 24
- Künstlersozialkasse: Künstlersozialabgabe, Abgabesätze
- Bürgerliches Gesetzbuch, § 355 (Widerrufsrecht)
- Bürgerliches Gesetzbuch, § 356 (Beginn der Widerrufsfrist)
- Bürgerliches Gesetzbuch, § 357 (Rückgewähr nach Widerruf)