Ratgeber · Für Shopper: finden, was Creator nutzen

Woran erkenne ich, ob ein Influencer für eine Empfehlung bezahlt wird?

Bezahlte Empfehlungen müssen in Deutschland als Werbung erkennbar sein (§ 5a Abs. 4 UWG). Achte auf „Werbung“, „Anzeige“ oder „bezahlte Werbepartnerschaft“ am Anfang des Beitrags und auf Labels der Plattform für bezahlte Partnerschaften. Ein Sternchen (*) am Link markiert nach dem Leitfaden der Medienanstalten einen Affiliate-Link, an dem der Creator mitverdient. Auch ein Rabattcode muss als Werbung gekennzeichnet sein. Fehlt jeder Hinweis, heißt das nicht, dass nichts bezahlt wurde.

Stand:

Auf wyrld zeigen Hunderte Creator, was sie wirklich nutzen, mit Preisen aus mehreren Shops nebeneinander.Du bist Creator? Kostenlos starten

Was die Hinweise am Beitrag bedeuten

HinweisWas er bedeutetWas die Medienanstalten empfehlen
„Werbung“ oder „Anzeige“Beitrag gegen Geld, Gratisprodukt, Reise oder Event-Einladung, oder Werbung für eigene Produkte des Creatorsdeutlich lesbar zu Beginn; steht im Video das Produkt im Mittelpunkt, eingeblendet während des ganzen Videos oder der Werbesequenz
„bezahlte Werbepartnerschaft“ oder Label der PlattformKooperation mit einer Marke, oft mit der Funktion der App markiertreicht allein, wenn es „Werbung“, „Anzeige“ oder „bezahlte Werbepartnerschaft“ lautet und auf den ersten Blick zu sehen ist
Sternchen (*) am LinkAffiliate-Link: Der Creator verdient mit, wenn du darüber kaufst, bei manchen Shops schon am KlickSternchen und Erläuterung direkt am Link
RabattcodeCode einer Marke oder eines Shops, muss als Werbung gekennzeichnet sein„Werbung“ oder „Anzeige“ direkt beim Code
„enthält Produktplatzierung“, „enthält bezahlte Werbung“ oder „Unterstützt durch …“Video, in dem ein Produkt gegen Gegenleistung nur nebenbei vorkommtzu Beginn des Videos, bei Gratisprodukten erst bei einem Wert über 100 Euro
„unbezahlte Werbung“soll heißen: Marke genannt, nichts dafür bekommensolche Hinweise „sicherheitshalber“ vermeiden
„ad“, „sponsored by“, „PR sample“, „Advertorial“deutet auf Werbung oder ein Gratisprodukt hinreicht als Kennzeichnung nicht

Auch der Ort zählt. Ein Hinweis, den du erst nach Tippen auf „mehr“ oder nach Scrollen siehst, genügt dem Leitfaden nicht. In Stories gehört er auf jedes werbliche Story-Bild, nicht nur auf das erste. Ein allgemeiner Satz im Profil, dass der Account Werbung enthält, reicht ebenfalls nicht: Gekennzeichnet wird der einzelne Beitrag.

Was im Gesetz steht und warum die Gegenleistung vermutet wird

Das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) verlangt in § 5a Abs. 4, den kommerziellen Zweck einer geschäftlichen Handlung, etwa eines Beitrags, kenntlich zu machen, wenn er sich nicht schon unmittelbar aus den Umständen ergibt. Ein Verstoß liegt vor, wenn das Fehlen des Hinweises geeignet ist, Verbraucher oder andere Marktteilnehmer zu einer geschäftlichen Entscheidung zu veranlassen, die sie sonst nicht getroffen hätten. Wer für eine fremde Firma wirbt und von ihr dafür weder Geld noch eine ähnliche Gegenleistung bekommt oder sich versprechen lässt, handelt danach nicht zu einem kommerziellen Zweck.

Der letzte Satz der Vorschrift enthält eine Vermutung: Das Gesetz geht davon aus, dass eine Gegenleistung geflossen oder versprochen ist. Wer sagt, er habe nichts bekommen, muss das glaubhaft machen.

Daneben verlangen § 22 Abs. 1 des Medienstaatsvertrags (MStV) und § 6 Abs. 1 Nr. 1 des Digitale-Dienste-Gesetzes (DDG), dass Werbung bzw. kommerzielle Kommunikation klar als solche zu erkennen ist. Für Videos und Audio nennt der Leitfaden der Medienanstalten außerdem § 8 und § 10 MStV, die nach § 74 Satz 1 MStV entsprechend gelten. Nach eigener Aussage überwachen die Landesmedienanstalten die Werberegeln in Rundfunk und Internet. Ihr Leitfaden, auf dem die Tabelle oben beruht, gibt laut seiner Einleitung ihre Aufsichtspraxis wieder.

Der Bundesgerichtshof hat 2021 drei Verfahren zu Instagram entschieden, damals nach § 5a Abs. 6 UWG in der alten Fassung. Diese Regel steht heute fast wortgleich im ersten Satz von Abs. 4. Ein Beitrag, für den die Influencerin eine Gegenleistung des Herstellers bekommen hatte, war nicht deutlich genug als Werbung gekennzeichnet und verstieß damit gegen das Wettbewerbsrecht. In den beiden anderen Verfahren gab es für die beanstandeten Beiträge keine Gegenleistung, dort lag kein Verstoß vor.

Anzeichen für Werbung, wenn kein Hinweis dasteht

Ein Haul-Video oder eine Rezension mit Vor- und Nachteilen zu selbst gekauften Produkten ist nach dem Leitfaden der Medienanstalten in der Regel keine Werbung. Anders ist es, wenn ein Produkt so angepriesen wird, dass der Verkauf gefördert werden soll. Dann kann eine werbliche Absicht unterstellt werden, auch ohne Vertrag. Der Leitfaden nennt Anzeichen für eine solche Absicht, hier in drei Gruppen geordnet. Keines davon beweist allein eine Bezahlung:

  • Wie gesprochen wird: überschwängliches Lob und Werbesprache, dazu Aufforderungen zum Kauf
  • Was dabeisteht: Preise, Bezugsquellen oder Affiliate-Links
  • Wie oft und warum: immer wieder dieselben Produkte oder Marken, kein erkennbarer Anlass für den Beitrag

Wie oft die Kennzeichnung fehlt

20 %

von 576 geprüften Influencer-Profilen kennzeichneten Werbung systematisch, obwohl 97 % kommerzielle Inhalte posteten.

EU-Kommission und Verbraucherschutzbehörden aus 22 EU-Staaten, Norwegen und Island, Sweep, veröffentlicht im Februar 2024
38 %

nutzten nicht die Labels der Plattform, sondern Wörter wie „Zusammenarbeit“ (16 %), „Partnerschaft“ (15 %) oder einen Dank an die Marke (11 %).

EU-Kommission und Verbraucherschutzbehörden aus 22 EU-Staaten, Norwegen und Island, Sweep, veröffentlicht im Februar 2024

Nur 34 % der geprüften Profile machten den Hinweis sofort sichtbar, ohne dass man auf „mehr lesen“ tippen oder scrollen musste. Deutschland war an der Prüfung beteiligt.

Was du tun kannst, wenn die Kennzeichnung fehlt

  1. Sichere den Beitrag: Kopiere den Link und mach einen Screenshot, auf dem Account, Datum und Inhalt zu sehen sind.
  2. Sieh im Impressum des Accounts nach, in welchem Bundesland der Anbieter seinen Sitz hat.
  3. Melde den Beitrag bei der Landesmedienanstalt dieses Bundeslands. So beschreiben es die Medienanstalten auf ihrer Seite „Programmbeschwerde“, dort stehen auch die Kontakte. Bei Verstößen können sie ein Aufsichtsverfahren einleiten oder ein Bußgeld verhängen.
  4. Willst du das Produkt trotzdem kaufen, vergleiche vorher den Preis in anderen Shops und lies Bewertungen, die nicht vom Creator stammen.

So ist es bei wyrld

Kommst du über den Link eines Creators in einen wyrld-Shop, verdienen der Creator und wyrld über Affiliate-Links mit, je nach Shop an deinem Klick, deinem Kauf oder beidem. Welche Produkte im Shop stehen, wählen die Creator selbst aus. Sie entscheiden auch selbst, ob sie bei einer Kampagne mit wyrld Boost mitmachen. Bei Boost stellt eine Marke ein Budget bereit, und die Creator zeigen die Produkte der Marke in eigenen Videos und in ihren Shops. Für die Kennzeichnung ihrer Beiträge auf Instagram, TikTok oder YouTube sind die Creator selbst verantwortlich. Kampagnenvideos für Boost kennzeichnen sie als Werbung.

Gekauft wird in der Regel direkt beim Shop und ohne Aufpreis. Nimmt ein Creator ein Produkt in seinen Shop auf, erkennt wyrld Marke, Name und Variante, sucht denselben Artikel in über 90.000 Partnershops und legt für jedes gefundene Angebot einen Affiliate-Link an. Deshalb steht auf den Produktseiten bei den Links zu den Shops der Hinweis „Partnerlinks“. Findet wyrld mehrere Angebote, stehen sie mit Preis nebeneinander. Zuerst stehen Shops, an denen Creator und wyrld mehr verdienen. Danach folgen die übrigen Shops nach Preis, der günstigste zuerst. Einzelne nachrangige Shops und gebrauchte Angebote stehen am Ende. Das günstigste Neuangebot trägt das Etikett „Bester Preis“, auch wenn es weiter unten steht, und der Kaufknopf oben auf der Produktseite führt zum ersten Shop der Liste.

Bist du selbst Creator, zeigen die Produktseiten in deinem Shop deiner Community also offen, dass du mitverdienst, und stellen die gefundenen Angebote mit Preis nebeneinander. Für viele zählt dabei der Preis: In einer Bitkom-Befragung von 2022 nannten 65 % der Online-Shopper in Deutschland den günstigsten Preis als entscheidendes Kriterium bei der Wahl des Shops. Du fügst den Link zum Produkt ein, die Affiliate-Links legt wyrld für dich an, ohne dass du dich bei einem Netzwerk anmeldest. Vergütet wird je nach Shop pro Klick, pro Kauf oder beides, abgerechnet jeden Monat per Gutschrift. Die Creator-AGB verlangen keine Exklusivität, von wyrld aus kann dein Shop also neben bestehenden Partnerprogrammen laufen. Arbeitest du mit einem Management, bekommt es ein eigenes Dashboard und pflegt deinen Shop mit dir.

FAQ

Häufige Fragen.

Was bedeutet das Sternchen (*) hinter einem Link?

Der Leitfaden der Medienanstalten empfiehlt das Sternchen, um in Beiträgen einen Affiliate-Link zu markieren. An einem solchen Link verdient der Creator mit, wenn du darüber kaufst, bei manchen Shops schon, wenn du klickst. Neben das Sternchen gehört ein erklärender Satz direkt am Link, zum Beispiel: „Die mit * gekennzeichneten Links sind sogenannte Affiliate Links.“ Ein Sternchen ganz ohne Erklärung erfüllt den Leitfaden nicht.

Was bedeutet „unbezahlte Werbung“ bei Influencern?

Der Creator will damit sagen, dass er eine Marke zeigt oder nennt, ohne etwas dafür zu bekommen. Die Medienanstalten raten von solchen Hinweisen ab: Wird auch markiert, was ohne jede Werbeabsicht gezeigt wird, verliert die Kennzeichnung ihre Wirkung. Ob tatsächlich nichts geflossen ist, kannst du von außen nicht prüfen.

Ist eine Empfehlung mit „Werbung“ automatisch unehrlich?

Nein. Der Hinweis zeigt nur, dass hinter dem Beitrag ein geschäftliches Interesse steht, und genau das sollst du nach dem Willen der Medienanstalten erkennen können. Ob die Meinung im Beitrag stimmt, sagt die Kennzeichnung nicht. Das prüfst du am besten mit unabhängigen Tests und Bewertungen anderer, die das Produkt gekauft haben.

Ist es Werbung, wenn ein Influencer das Produkt geschenkt bekommen hat?

Das kann es sein. Laut Medienanstalten können zugeschickte Produkte, übernommene Reisekosten oder eine Einladung zu einem Event eine Gegenleistung sein. Ist der Beitrag dadurch nicht mehr ganz unabhängig, ist er Werbung. Kommt ein geschenktes Produkt im Video nur nebenbei vor, verlangen die Medienanstalten den Hinweis auf eine Produktplatzierung erst, wenn es zusammen mit anderen Produkten derselben Marke mehr als 100 Euro wert ist. § 5a UWG nennt keine solche Wertgrenze.

Wer kontrolliert, ob Influencer Werbung kennzeichnen?

In Deutschland überwachen die Landesmedienanstalten die Werberegeln in Rundfunk und Internet. Zuständig ist die Anstalt des Bundeslands, in dem der Anbieter seinen Sitz hat. Den Sitz findest du im Impressum. Sie kann ein Aufsichtsverfahren einleiten oder ein Bußgeld verhängen. Daneben können Wettbewerbsverbände klagen, wie in den BGH-Verfahren von 2021. Auch Verbraucherschutzbehörden prüfen: 2024 erschienen etwa die Ergebnisse einer Prüfung durch Behörden aus 22 EU-Staaten, Norwegen und Island.

Stand der Angaben:

Quellen

Passende Fragen.

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