Ratgeber · Für Shops und Marken

Wie plane ich das Budget für eine Creator-Kampagne, die nach Ergebnis bezahlt wird?

Rechne rückwärts vom Umsatzziel: Nettoumsatz nach Retouren geteilt durch den Warenkorb ohne Umsatzsteuer ergibt die Bestellungen, die bleiben müssen. Diese Zahl mal Provision je Bestellung ist deine variable Vergütung. Dazu kommen Muster, Versand, Honorare, Rabatte, Gebühren und interne Zeit. Ein Provisionssatz allein bringt noch keinen Beitrag, plane also ein, was Creator zum Posten bringt. Setz einen Deckel insgesamt und je Creator. Zahlst du in Deutschland nur für behaltene Käufe, gibst du sie frühestens 14 Tage nach Lieferung frei.

Stand:

Mit wyrld Boost bringst du dein Budget sofort zu Creatorn, die deine Produkte zeigen, und zahlst nach Ergebnis.

Rückwärts rechnen: vom Umsatzziel zum Budget

Das Beispiel rechnet mit angenommenen Werten, nicht mit Branchenwerten. Setz deine eigenen Zahlen aus dem Shop ein, vor allem Warenkorb und Retourenquote der Produkte, die in die Kampagne kommen.

  1. Leg das Ziel fest, angenommen 27.000 € Nettoumsatz nach Retouren im Kampagnenzeitraum.
  2. Rechne den Warenkorb ohne Umsatzsteuer: 71,40 € brutto sind beim Regelsatz von 19 % (§ 12 Abs. 1 UStG) 60 € netto. Versandkosten lässt du weg.
  3. Teile das Ziel durch den Warenkorb: 27.000 € ÷ 60 € = 450 Bestellungen, die behalten werden. Geht angenommen jede vierte Bestellung zurück, brauchst du 450 ÷ 0,75 = 600 Bestellungen. Mit den 600 planst du Lager und Versand.
  4. Rechne die variable Vergütung: angenommen 12 % Provision auf den behaltenen Nettowert, also 27.000 € × 0,12 = 3.240 €. Das sind 7,20 € je behaltener Bestellung.
  5. Zähl die festen Posten dazu, angenommen für 20 Creator: Muster zu je 30 € Einstandspreis (600 €), Versand zu je 6 € (120 €) und 15 Stunden interne Zeit zu je 50 € (750 €), zusammen 1.470 €.
  6. Dein Planbudget sind 3.240 € + 1.470 € = 4.710 €. Das entspricht einem CPO (Cost per Order, Kosten je Bestellung) von 4.710 € ÷ 450 ≈ 10,47 € je behaltener Bestellung. Honorare, Rabattcodes und Gebühren sind im Beispiel nicht enthalten.
  7. Rechne auch den besten Fall: Verkaufen die Creator doppelt so viel, steigen der Nettoumsatz auf 54.000 €, die Provision auf 6.480 € und das Budget auf 7.950 €. Diesen Betrag gibst du intern gleich mit frei oder begrenzt ihn mit einem Deckel.

Die Annahme, die du am wenigsten steuerst: ob die Creator posten

Die Rechnung oben setzt voraus, dass die 20 Creator, denen du Muster schickst, auch posten. In der Praxis ist das der schwierigste Teil. Ein Partnerprogramm, ein Eintrag in einem Affiliate-Netzwerk oder eine Plattform, auf der Creator deine Produkte auswählen können, bringt von allein keinen einzigen Beitrag. Viele Partner eines Programms werden nie aktiv, und gerade die Creator, die du dir wünschst, posten selten ohne konkreten Anlass.

Bei reiner Provision kostet dich das wenig Geld, weil ohne Verkauf keine Provision fällig wird. Es kostet dich das Ziel. Posten angenommen nur 8 der 20 Creator und bringt jeder so viel wie geplant, kommen 180 statt 450 behaltene Bestellungen zusammen, also 10.800 € Nettoumsatz und 1.296 € Provision. Muster, Versand und Zeit kosten trotzdem 1.470 €, und der CPO steigt von 10,47 € auf (1.296 € + 1.470 €) ÷ 180 ≈ 15,37 €.

Die schwierigste Zeile im Budget ist deshalb nicht der Provisionssatz. Es ist das, was Creator im Kampagnenzeitraum zum Posten bringt, möglichst viele gleichzeitig, und wie du danach siehst, wer wirklich verkauft hat. Dafür gibt es diese Wege, jeder mit einem Haken:

  • Nur Provision anbieten: kostet erst beim Verkauf, gibt aber niemandem einen Grund, gerade jetzt zu posten. Wer mitgemacht hat, siehst du erst am Ergebnis.
  • Muster schicken: Ware und Versand zahlst du vorab. Ohne Absprache ist damit kein Beitrag zugesagt, und die Muster an Creator ohne Beitrag trägt der Rest der Kampagne mit.
  • Honorar je Beitrag: Der Beitrag ist vereinbart, die Kosten fallen aber auch ohne Verkauf an, unter Umständen plus Künstlersozialabgabe.
  • Bonus oder Pool für einen festen Zeitraum: gibt vielen Creatorn denselben Anlass zur selben Zeit. Die Summe steht vorher fest, die Regeln für die Verteilung müssen es auch.
  • Creator einzeln anfragen: kostet vor allem deine Zeit, weil du jede Absprache einzeln führst und nachhältst.

Welche Posten ins Budget gehören

PostenWann fälligSo planst du ihn
Provision je Kaufnach Freigabe des KaufsSatz × Nettoumsatz nach Retouren
Vergütung je Klicklaut deinen Bedingungenerwartete Klicks × Betrag, mit Deckel
Bonus oder Kampagnenpoolnach Kampagnenendefester Betrag, vorher zugesagt
Honorar und Nutzungsrechtelaut Vertragfester Betrag, ggf. plus Künstlersozialabgabe
Produktmuster und Versandvor dem StartEinstandspreis plus Porto je Creator
Rabattcodesbeim KaufRabatt × erwartete Bestellungen
Gebühren von Netzwerk oder Plattformlaut Vertragals eigenen Posten führen
Interne ZeitlaufendStunden für Auswahl, Briefing, Kontrolle

Für die Vergütung je Klick brauchst du eine weitere Annahme: wie viele Klicks auf eine Bestellung kommen. Nimm sie aus deinen eigenen Shopdaten, etwa aus dem Anteil der Besuche mit Bestellung, und setz einen Deckel je Creator, weil Klicks auch ohne Kauf Geld kosten.

Zahlst du selbständigen Creatorn ein Honorar für selbst erstellte Werbefotos, -videos oder -texte, gehört es laut Künstlersozialkasse (KSK) zur Bemessungsgrundlage der Künstlersozialabgabe. Der Satz beträgt 4,9 % im Jahr 2026 und 5,0 % im Jahr 2027, bei 2.000 € Honorar ohne Umsatzsteuer im Jahr 2026 also 98 €. Provisionen aus Affiliate-Kooperationen, Zahlungen an eine GmbH und gesondert ausgewiesene Umsatzsteuer zählen laut KSK nicht dazu. Als Marke, die für sich selbst wirbt, bist du abgabepflichtig, wenn die Entgelte für deine Aufträge an selbständige Künstler oder Publizisten im Kalenderjahr zusammen 1.000 Euro übersteigen (§ 24 Abs. 2 Satz 2 KSVG).

Willst du Beiträge auch als Anzeige oder auf deiner Website nutzen, schreib diese Nutzungen ausdrücklich in den Vertrag. Fehlen sie, richtet sich der Umfang nach dem Vertragszweck, den beide zugrunde gelegt haben (§ 31 Abs. 5 UrhG). Plane die Rechte deshalb gleich ein, statt sie nach der Kampagne nachzuverhandeln.

Deckel festlegen, bevor der erste Beitrag online geht

Bei reiner Provision steigen Kosten und Umsatz zusammen. Liegt die Provision je Kauf unter dem Deckungsbeitrag der Bestellung, also dem, was sie dir nach Ware, Versand, Zahlung und Retouren vor Marketing einbringt, bleibt dir auch an zusätzlichen Käufen etwas. Ein Deckel schützt dann vor allem deine Liquidität und die interne Freigabe. Bei Klickvergütung, Boni und Codes, die auf Gutscheinseiten landen, schützt er auch die Marge.

  • Gesamtdeckel in Euro: Bis dahin gilt der Kampagnensatz, danach der normale Satz deines Partnerprogramms.
  • Deckel je Creator: Ein einzelner Link oder Code kann das Budget nicht allein aufbrauchen.
  • Fester Pool: Du legst den Betrag vorher fest und verteilst ihn nach dem Anteil am Ergebnis. Die Kosten stehen fest, der Betrag je Kauf sinkt, wenn mehr verkauft wird.
  • Klickdeckel: Vergütung je Klick nur bis zu einer festen Zahl je Creator und Tag oder je Kampagne.
  • Regel vorher bekanntgeben: Deckel, Stichtag mit Datum und Uhrzeit, was danach gilt und wie du die Creator informierst.

Budgetplan zum Kopieren

Budgetplan [Kampagne]

Zeitraum: [Start] bis [Ende]
Ziel Nettoumsatz nach Retouren: [Betrag] €
Warenkorb ohne Umsatzsteuer: [Betrag] € | Retourenquote angenommen: [Wert] %
Bestellungen gesamt: [Zahl], davon behalten: [Zahl]

Creator
Angefragt: [Zahl] | zugesagt: [Zahl] | gepostet: [Zahl]
Anlass zum Posten: [Muster, Honorar, Bonus oder Pool]

Variable Vergütung
Provision: [Satz] % auf behaltenen Nettowert = [Betrag] €
Klicks: [Zahl] × [Betrag] € = [Betrag] €, Deckel je Creator: [Betrag] €
Bonus oder Pool: [Betrag] €

Feste Posten
Muster: [Zahl] × [Betrag] € | Versand: [Zahl] × [Betrag] €
Honorare und Nutzungsrechte: [Betrag] €, Künstlersozialabgabe: [Betrag] €
Rabattcodes: [Betrag] € | Gebühren: [Betrag] € | interne Zeit: [Stunden] × [Betrag] €

Planbudget: [Betrag] € | bester Fall: [Betrag] €
Wenn nur [Zahl] Creator posten: CPO [Betrag] €
Gesamtdeckel: [Betrag] € | Deckel je Creator: [Betrag] €
Nach dem Deckel gilt: [Regel], Info an die Creator am [Datum]
Freigabe der Käufe: [Tage] nach Lieferung | Auszahlung: [Termin]

Wann das Geld fällig wird

WannWas passiertFürs Budget (Beispiel)
vor dem StartMuster und Versand gehen raus720 € gezahlt
während der KampagneLink oder Code ordnet Käufe zuProvision vorgemerkt, nichts fällig
14 Tage nach LieferungWiderrufsfrist endetrechtzeitig abgeschickte Widerrufe können noch eintreffen
bis 14 Tage nach einem WiderrufWare muss abgeschickt seinRetouren noch unterwegs
rund vier Wochen nach Lieferungbehaltene Käufe freigebenbis 3.240 € Provision, laut Bedingungen

Bei Onlinekäufen haben Verbraucherinnen und Verbraucher in der Regel ein Widerrufsrecht (§ 312g Abs. 1 BGB). Ausnahmen gibt es etwa für versiegelte Waren, die aus Gründen des Gesundheitsschutzes oder der Hygiene nicht zur Rückgabe geeignet sind, wenn das Siegel nach der Lieferung entfernt wurde (§ 312g Abs. 2 Nr. 3 BGB). Die Widerrufsfrist beträgt 14 Tage (§ 355 Abs. 2 BGB) und beginnt bei Waren, sobald die Person sie erhalten hat (§ 356 Abs. 2 BGB). Es genügt, den Widerruf rechtzeitig abzuschicken (§ 355 Abs. 1 Satz 5 BGB). Nach dem Widerruf hat die Person 14 Tage, um die Ware abzuschicken (§ 355 Abs. 3, § 357 Abs. 1 BGB).

Hat dein Shop nicht ordnungsgemäß über das Widerrufsrecht informiert, beginnt die Frist erst, wenn er das nachholt (§ 356 Abs. 3 BGB), und das Widerrufsrecht erlischt spätestens zwölf Monate und 14 Tage nach Erhalt der Ware (§ 356 Abs. 4 BGB). Freiwillig längere Rückgabefristen schieben die Freigabe entsprechend nach hinten.

Ein Beispiel: Kauf am Montag, 30. November 2026, Lieferung am Mittwoch, 2. Dezember. Die Widerrufsfrist läuft bis 16. Dezember (§§ 187, 188 BGB), ein an diesem Tag abgeschickter Widerruf kann also noch Tage später eintreffen. Widerruft die Person am 16. Dezember, muss die Ware bis 30. Dezember abgeschickt sein. Ob sie zurückkommt, siehst du also Anfang Januar. Käufe vom Monatsende gibst du so erst im übernächsten Monat verlässlich frei.

Für die Liquidität heißt das: Muster und Versand, im Beispiel 720 €, zahlst du vor dem ersten Beitrag, Provisionen auf Käufe erst Wochen nach dem Umsatz. Weist ein Creator, ein Netzwerk oder eine Plattform die gesetzlich geschuldete Umsatzsteuer aus, ziehst du sie als Vorsteuer ab, verrechnest sie also mit deiner eigenen Umsatzsteuer, wenn du dazu berechtigt bist und eine ordnungsgemäße Rechnung hast (§ 15 Abs. 1 UStG). Dann planst du das Budget netto und die Zahlung brutto. Rechnet ein Creator aus dem Ausland ab, schuldest in der Regel du die Umsatzsteuer (Reverse Charge, § 13b Abs. 5 UStG).

So ist es bei wyrld

Mit wyrld Boost bringst du dein Budget sofort zu Creatorn, die deine Produkte zeigen. Kampagnenbudget, Produkte, KPIs und Zeitraum legst du vorher fest, wie beim festen Pool oben. KPIs, also die Kennzahlen, nach denen ausgezahlt wird, können zum Beispiel Käufe, Klicks, Watchtime oder Reichweite sein. Viele Creator machen gleichzeitig mit und zeigen deine Produkte in eigenen Videos und in ihren Shops. Ob sie mitmachen, entscheiden die Creator selbst. Vorher fest steht also das Budget, nicht die Zahl der Beiträge oder der Umsatz.

Der Pool geht nach den erreichten KPIs an die Creator. Wie er verteilt wird, legt wyrld vor dem Start mit dir fest, und nach der Kampagne siehst du, welcher Creator welche Ergebnisse gebracht hat. Für jede Boost-Kampagne bestimmst du, wo gekauft wird: nur in deinem Shop, auf Amazon oder mit Preisvergleich über die Shops, die dein Produkt führen. Kampagnenvideos für Boost kennzeichnen die Creator als Werbung. Wie ein Pool bei der Künstlersozialabgabe einzuordnen ist, klärst du vor dem Start mit deiner Steuerberatung oder direkt bei der Künstlersozialkasse.

Mit dem Brand- und Shop-Abo siehst du jeden Tag, welche Creator deine Produkte zeigen, wer Klicks bringt und wer wirklich verkauft. Im Partnerprogramm erscheint wyrld als ein einziger Partner, das Abo zeigt, wer dahinter steht. Klicks misst wyrld über die Links, Käufe melden die Shops. Für die Creator, die verkaufen, kannst du eigene Konditionen festlegen, und für die nächste Planung hast du Werte je Creator statt Annahmen. Die Preise für Abo und Boost gibt es auf Anfrage.

FAQ

Häufige Fragen.

Wie viel Prozent des Marketingbudgets sollte ich für Influencer einplanen?

Einen Anteil, der für jeden Shop passt, gibt es nicht. Rechne von der einzelnen Bestellung aus: Sie darf dich höchstens kosten, was sie dir vor Marketing einbringt, also ihren Deckungsbeitrag. Liegen die geplanten Kosten je behaltener Bestellung darunter (im Beispiel 10,47 €), trägt sich das Budget, egal welcher Anteil am Marketingbudget daraus wird.

Reicht ein Affiliate-Programm, damit Creator meine Produkte bewerben?

Von allein nicht. Ein Programm oder ein Eintrag in einem Netzwerk macht deine Produkte auswählbar, aber niemand muss sie zeigen. Viele Partner werden nie aktiv, und die Creator, die du dir wünschst, posten selten ohne Anlass: Muster, Honorar, Bonus oder einen Kampagnenpool für einen festen Zeitraum. Plane diesen Anlass als eigenen Posten ins Budget ein.

Was passiert, wenn Creator mehr verkaufen als geplant?

Bei reiner Provision steigen Umsatz und Kosten gemeinsam. Solange die Provision je Kauf unter dem Deckungsbeitrag einer Bestellung vor Marketing liegt, bleibt dir auch an zusätzlichen Käufen etwas. Teurer wird es bei Klickvergütung, Boni und Codes, die sich weiterverbreiten. Leg dafür vorher einen Deckel fest und schreib in die Bedingungen, was danach gilt.

Wann zahle ich Creatorn die Provision für einen Kauf?

Das regeln deine Bedingungen. Zahlst du nur für behaltene Käufe, gibst du einen Kauf frühestens nach der Widerrufsfrist frei: 14 Tage ab Lieferung (§ 355 Abs. 2, § 356 Abs. 2 BGB). Willst du auch die Rücksendungen abwarten, kommen bis zu 14 Tage für das Abschicken der Ware dazu. Rechne dann mit rund vier Wochen nach Lieferung, bei längerer freiwilliger Rückgabe mit mehr.

Gehören Rabattcodes ins Kampagnenbudget?

Ja, als eigener Posten, denn ein Code senkt deinen Umsatz je Bestellung. Angenommen, 450 behaltene Bestellungen bringen nach 10 % Rabatt je 60 € netto. Ohne Rabatt wären es je 66,67 €, du verzichtest also auf rund 3.000 € Umsatz. Setz einen Deckel je Code, falls er auf Gutscheinseiten landet.

Wie plane ich ein Budget ohne eigene Erfahrungswerte?

Mit einer kleinen Testwelle und einem festen Gesamtdeckel. Warenkorb und Retourenquote kennst du aus deinem Shop. Offen ist vor allem, wie viele der angefragten Creator wirklich posten und wie viele Bestellungen sie bringen. Werte nach Ende der Rückgabefristen aus und rechne die nächste Welle mit den gemessenen Werten.

Stand der Angaben:

Quellen

Passende Fragen.

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