Ratgeber · Für Shops und Marken

Nach welchem Ergebnis bezahle ich Creator: Käufe, Klicks, Views oder Watchtime?

Bezahle nach dem Ergebnis, das deinem Kampagnenziel am nächsten liegt, und leg vorher fest, wer es misst. Für Abverkauf im eigenen Onlineshop passt der Kauf, gerechnet auf den Nettowert nach Retouren, für Besuche oder Käufe im Handel der Klick. Für Bekanntheit sagen Watchtime und Reichweite mehr als Views: YouTube zählt seit dem 24. August 2026 einen Aufruf, sobald die Wiedergabe beginnt. Eine reine Kaufprovision legt das Risiko aber ganz auf die Creator, und ohne Anlass posten die wenigsten.

Stand:

Mit wyrld Boost bringst du dein Budget sofort zu Creatorn, die deine Produkte zeigen, und zahlst nach Ergebnis.

Welche Kennzahl zu welchem Ziel passt

Dein ZielBezahle nachWarum
Abverkauf im eigenen OnlineshopKauf: Provision auf den Nettowert nach Retourendu zahlst für Ware, die verkauft ist und bleibt
ProdukteinführungGrundbetrag plus Kaufprovisionohne bekannte Nachfrage trägt sonst der Creator das ganze Risiko
BekanntheitWatchtime oder Reichweitezeigt, ob Menschen hinsehen, nicht nur, ob ein Video startet
Besuche im Shop oder auf einer AktionsseiteKlickder Besuch ist das Ergebnis, das du willst
Verkauf im Handel, in der Filiale oder per AppKlick oder Reichweiteden Kauf selbst kannst du meist nicht zuordnen

Views, auf Deutsch Aufrufe, zählen die Wiedergaben eines Videos. Watchtime ist die gesamte Zeit, in der es angesehen wurde, Reichweite die Zahl der Konten, die es mindestens einmal gesehen haben. Je näher die Kennzahl am Umsatz liegt, desto weniger Risiko trägst du und desto mehr der Creator: Kauft niemand, bekommt der Creator nichts. Bei einem Produkt, das noch niemand kennt, kann ein Grundbetrag den Unterschied machen, ob Creator überhaupt zusagen. Ein bekanntes Produkt mit gutem Preis lässt sich eher rein nach Käufen vergüten.

Warum eine Provision allein selten Creator zum Posten bringt

Mit einem Partnerprogramm können Creator deine Produkte verlinken und bekommen eine Provision auf Käufe. Dass sie es können, heißt noch nicht, dass sie es tun. Viele Partner eines Programms werden nie aktiv, und gerade die Creator, die du dir für deine Marke wünschst, posten nicht ohne Anlass. Ein Eintrag im Programm bringt von allein noch keine Reichweite, egal wie gut die Provision auf dem Papier aussieht.

Die eigentliche Aufgabe ist, Creator zum Mitmachen zu bringen, und zwar viele im selben Zeitraum, und danach zu sehen, wer wirklich verkauft. Die Kennzahl, nach der du zahlst, hilft beim Mitmachen nur, wenn für Creator etwas Planbares dabei ist: ein Grundbetrag oder ein gemeinsames Budget für einen festen Zeitraum, das nach vorher vereinbarten Ergebnissen verteilt wird. Und läuft eine Plattform in deinem Programm als ein einziger Partner, brauchst du ihre Zahlen je Creator, um zu sehen, wer verkauft.

Wer misst, und wo jede Kennzahl schwach ist

KennzahlWer misstSchwachstelle
Kaufdein Shop oder dein PartnerprogrammRetouren; Käufe ohne Klick, auf anderem Gerät oder ohne Cookie fehlen oft
KlickLink-Tracking, Partnerprogramm, WebanalyseBots und Doppelklicks; nicht aus allen Klicks wird ein Besuch
Viewdie Plattform; die Gesamtzahl ist oft öffentlich, Details sieht der Creatorzählt oft schon Starts, nicht, wie lange jemand zusieht
Watchtimedie Plattform; du siehst sie meist nur über den CreatorWiederholungen zählen teils mit
Reichweitedie Plattform; du siehst sie meist nur über den Creatorgeschätzt und je Plattform anders gerechnet

Käufe und Klicks zählst du selbst oder über dein Partnerprogramm. Watchtime und Reichweite misst die Plattform, und du siehst sie in der Regel nur, wenn der Creator sie dir zeigt, etwa als Screenshot oder Export. Die Aufrufzahl ist oft öffentlich, bei YouTube etwa auf der Wiedergabeseite, aber auch sie zählt allein die Plattform. Nachzählen kannst du keinen dieser Werte. Schreib vorher auf, welcher Wert gilt, für welchen Zeitraum und an welchem Tag er abgelesen wird.

Ein Kauf ist erst endgültig, wenn die Frist für Widerruf und Rückgabe vorbei ist. Wer im Onlineshop bestellt, hat als Verbraucherin oder Verbraucher in der Regel ein Widerrufsrecht (§ 312g Abs. 1 BGB). Die Frist beträgt 14 Tage (§ 355 Abs. 2 BGB) und beginnt bei Waren meist erst mit dem Erhalt (§ 356 Abs. 2 BGB). Zahlst du nach Käufen, rechne zwischen Kauf und Abrechnung mit mehreren Wochen.

Was YouTube und Instagram als View und Watchtime zählen

PlattformViewWatchtime
YouTubeseit 24. August 2026 ab dem Start der WiedergabeStunden, in denen das Video angesehen wurde
Instagramwie oft ein Beitrag, Reel oder eine Story abgespielt wurdeAbspielzeit eines Reels, Wiederholungen eingeschlossen

Die bisherige Definition eines Aufrufs heißt bei YouTube seit dem 24. August 2026 „engaged view“, in der deutschen YouTube-Hilfe „aktive Wiedergabe“: Jemand klickt auf das Video oder sieht über die ersten Sekunden hinaus zu. Auf aktiven Wiedergaben beruhen laut YouTube weiterhin die meisten Analytics-Werte und die Einnahmen im YouTube-Partnerprogramm. Aufrufzahlen von vor und nach diesem Tag sind darum nicht ohne Weiteres vergleichbar.

Die Angaben zu Instagram stammen aus Metas Dokumentation der Messwerte für Entwickler. Dort führt Meta die Views und die gesamte Abspielzeit von Reels noch als Messwerte in Entwicklung, und „views“ zählt nur organische Wiedergaben: Wird derselbe Beitrag als Anzeige beworben, zählen die Wiedergaben aus der Anzeige dort nicht mit. Was ein Creator in der App sieht, kann abweichen. Schreib die Kennzahl mit dem Namen in die Vereinbarung, den sie in der Statistik des Creators trägt, und lass dir die Stelle zeigen.

Bei bezahlten Anzeigen gelten andere Regeln. Bei einer überspringbaren In-Stream-Anzeige zählt YouTube einen TrueView-Aufruf zum Beispiel erst, wenn jemand eine Anzeige von mehr als 30 Sekunden mindestens 30 Sekunden lang ansieht, eine Anzeige von 11 bis 30 Sekunden ganz ansieht oder mit ihr interagiert. Laut dem TikTok-Hilfebereich für Unternehmen, der sich an Werbetreibende richtet, zählt bei In-Feed-Videos ein Aufruf ab dem Start der Wiedergabe, ohne Wiederholungen; daneben gibt es Aufrufe ab 2 und ab 6 Sekunden. Ob die Statistik eines Creators genauso zählt, steht dort nicht. Wer den Preis pro View eines Creators mit dem Preis pro Aufruf einer Anzeige vergleicht, vergleicht also verschiedene Dinge. Alle Angaben gelesen am 20. Oktober 2026.

So rechnest du einen Klickpreis in Kosten je Kauf um

Ein Klickpreis passt, wenn der Kauf dort passiert, wo dein Link ihn nicht sieht: in der Filiale, in einer App oder Wochen später nach langer Überlegung, etwa bei Möbeln. Der Klick ist dann das letzte Ergebnis, das du verlässlich zählen kannst. Damit du ihn mit einer Kaufprovision vergleichen kannst, rechnest du ihn in Kosten je Kauf um.

  1. Die Formel: Kosten je Kauf = Klickpreis ÷ Conversion-Rate. Die Conversion-Rate ist der Anteil der Klicks, aus denen eine Bestellung wird.
  2. Angenommen, du zahlst 0,20 € je Klick, und 2 % der Klicks führen zu einer Bestellung. Ein Kauf kostet dich dann 0,20 € ÷ 0,02 = 10 €.
  3. Sinkt die Conversion-Rate auf 1 %, etwa weil viele nur stöbern, kostet ein Kauf 20 €. Dieses Risiko trägst du beim Klickpreis selbst, bei einer Kaufprovision trägt es der Creator.
  4. Umgekehrt: Darf dich ein Kauf höchstens 15 € kosten, ist dein höchster Klickpreis 15 € × 2 % = 0,30 €. Wie viel ein Kauf kosten darf, ergibt sich aus deiner Marge.
  5. Nimm die Conversion-Rate deiner Besuche aus Social Media, nicht den Schnitt des ganzen Shops. Alle Zahlen hier sind angenommen und keine Richtwerte.

Mischmodelle und Angebote vergleichbar machen

Angebot (angenommen)KostenTKP (je 1.000 Views)Kosten je Kauf
400 € Festpreis je Video400 €10 €40 €
8 € je 1.000 Views320 €8 €32 €
0,30 € je Klick120 €3 €12 €
150 € Grundbetrag plus 15 % Provision240 €6 €24 €

Angenommen, ein Video bringt 40.000 Views, 400 Klicks und 10 Bestellungen zu je 60 € netto, also 600 € Umsatz. TKP heißt Tausend-Kontakt-Preis, hier: Kosten ÷ Views × 1.000. Kosten je Kauf: Kosten ÷ Bestellungen. So stehen vier verschiedene Angebote auf einer Basis.

Rechne jedes Angebot auch mit einem schwachen Ergebnis. Bringt dasselbe Video bei gleich vielen Views und Klicks nur 2 Bestellungen, kostet ein Kauf beim Festpreis 200 €, beim Preis je 1.000 Views 160 €, beim Klickpreis 60 € und beim Grundbetrag mit Provision 84 €. Der Creator bekommt im selben Fall 400 €, 320 €, 120 € oder 168 €. An dieser Spanne siehst du, wer bei welchem Angebot das Risiko trägt und mit welchem Angebot ein Creator planen kann.

Ein Bonus ab einer Schwelle gehört mit in die Rechnung. Angenommen, beim Grundbetrag mit Provision kommen 100 € dazu, sobald 30 Bestellungen erreicht sind. Bei 29 Bestellungen kostet ein Kauf 14,17 €, bei genau 30 sind es 520 € ÷ 30 = 17,33 € statt 14 € ohne Bonus. An der Schwelle springen die Kosten je Kauf nach oben. Prüf diesen Wert gegen deine Marge.

So ist es bei wyrld

Mit wyrld Boost bringst du dein Budget direkt zu Creatorn, die deine Produkte zeigen. Du legst Produkte, Zeitraum und die KPIs für die Auszahlung fest, zum Beispiel Käufe, Klicks, Watchtime oder Reichweite. Viele Creator können gleichzeitig mitmachen; ob sie teilnehmen, entscheiden sie selbst. Klicks misst wyrld über die Links, Käufe melden die Shops, Watchtime und Reichweite laden die Creator aus ihren Statistiken hoch. Wie der Pool verteilt wird, legt ihr vor dem Start fest. Du bestimmst auch, in welchen Shops gekauft wird, und Kampagnenvideos für Boost kennzeichnen die Creator als Werbung.

Mit dem Brand- und Shop-Abo siehst du jeden Tag, welche Creator deine Produkte zeigen, wer Klicks bringt und, wo der Shop Käufe meldet, wer verkauft. Für einzelne Creator legst du eigene Konditionen fest, etwa eine höhere Provision oder einen Bonus. Im Partnerprogramm erscheint wyrld als ein einziger Partner, das Abo zeigt die Creator dahinter. Nach einer Boost-Kampagne siehst du, welcher Creator welche Ergebnisse gebracht hat. Die Preise für Abo und Boost gibt es auf Anfrage.

Deine Produkte bindest du über dein bestehendes Partnerprogramm an, über das Creator sie in der Regel schon auswählen können, oder direkt mit wyrld. Im Partnerprogramm vergütest du nach deinen Konditionen pro Klick, pro Kauf oder beides. Ob Boost, Abo oder eigene Konditionen zu deinem Ziel passen, besprechen wir gern mit dir.

FAQ

Häufige Fragen.

Lohnt es sich, Influencer pro View zu bezahlen?

Nur mit klarer Definition. YouTube zählt seit dem 24. August 2026 einen Aufruf, sobald die Wiedergabe beginnt, und Instagram zählt laut Meta, wie oft ein Inhalt abgespielt wurde. Wer pro View bezahlt, bezahlt also oft schon den Start eines Videos. Für Bekanntheit sagen Watchtime oder Aufrufe mit Mindestdauer mehr, für Abverkauf der Kauf.

Kann ich Views und Watchtime prüfen, die mir ein Creator schickt?

Nachzählen kannst du sie nicht, denn Watchtime und Reichweite stehen in der Regel nur in der Statistik des Creators. Vereinbare vorher, dass Creator die Werte zum Stichtag als Export oder Bildschirmaufnahme schicken, mit Kennzahl, Zeitraum und Datum im Bild. Bei YouTube kannst du die öffentliche Aufrufzahl danebenlegen. Sie zählt seit dem 24. August 2026 aber schon ab dem Start der Wiedergabe, also nicht nur aktive Wiedergaben.

Zählen Wiederholungen bei der Watchtime mit?

Bei Instagram-Reels ja: Laut Meta enthält die gesamte Abspielzeit auch die Zeit, in der ein Reel wiederholt wurde. Für In-Feed-Videos sagt der TikTok-Hilfebereich für Unternehmen dasselbe über die durchschnittliche Abspielzeit. Ein kurzes Video in Schleife sammelt so mehr Watchtime, als die Zahl der Menschen vermuten lässt, die es gesehen haben. Schau bei kurzen Videos deshalb auch auf die Reichweite.

Was ist der Unterschied zwischen Views und Reichweite?

Views zählen Wiedergaben und können mehrere vom selben Konto enthalten. Reichweite zählt die einzelnen Konten, die einen Inhalt mindestens einmal gesehen haben. Laut Meta ist die Reichweite auf Instagram ein geschätzter Wert, auch YouTube schätzt die Zahl einzelner Zuschauender. Für Bekanntheit zeigt die Reichweite besser, wie viele Menschen du erreicht hast.

Muss ein Creator Werbung kennzeichnen, wenn ich nur pro Verkauf bezahle?

In der Regel ja. § 5a Abs. 4 UWG verlangt, den kommerziellen Zweck kenntlich zu machen, sofern er sich nicht unmittelbar aus den Umständen ergibt. Kein kommerzieller Zweck liegt laut Gesetz vor, wenn der Creator vom Unternehmen kein Entgelt oder keine ähnliche Gegenleistung erhält oder sich versprechen lässt. Mit einer vereinbarten Provision lässt sich der Creator eine Gegenleistung versprechen, auch wenn sie erst nach dem Verkauf fließt.

Stand der Angaben:

Quellen

Passende Fragen.

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