Ratgeber · Für Shops und Marken
Wie funktioniert Influencer-Marketing auf Provisionsbasis, und was kostet es?
Beim Influencer-Marketing auf Provisionsbasis zahlst du Creatorn kein festes Honorar, sondern einen Betrag je Klick in deinen Shop, einen Prozentsatz je Kauf oder beides. Zugeordnet wird meist über Affiliate-Links, teils über Rabattcodes, und den Satz legst du selbst fest. Die Provision fällt erst mit dem Ergebnis an. Produktmuster, deine Zeit und je nach Netzwerk eine Grundgebühr kosten auch ohne Verkauf. Und ein Partnerprogramm allein bringt noch keine Beiträge.
Stand:
Mit wyrld Boost bringst du dein Budget sofort zu Creatorn, die deine Produkte zeigen, und zahlst nach Ergebnis.
Vom Satz bis zur Auszahlung: so läuft es ab
- Du legst fest, wofür du zahlst: einen Betrag je Klick, einen Prozentsatz je Kauf oder beides. Dazu gehört, worauf sich der Prozentsatz bezieht, etwa auf den Nettowert nach Retouren.
- Du richtest die Zuordnung ein, über ein Affiliate-Netzwerk, eine eigene Tracking-Software oder eine Plattform, die direkt angebunden ist. Jeder Creator bekommt einen eigenen Link, auf Wunsch auch einen eigenen Rabattcode.
- Du gibst Creatorn einen Anlass zu posten, etwa ein Produktmuster, einen Aktionszeitraum, eine persönliche Anfrage oder ein Budget, das nach Ergebnis verteilt wird. Ohne Anlass bleiben viele Partner eines Programms inaktiv.
- Klickt jemand auf den Link oder löst den Code ein, ordnet das Tracking Klick und Kauf dem Creator zu. Eine Klickvergütung fällt dabei schon ohne Kauf an.
- Kaufprovisionen bleiben zunächst offen. Wer online bestellt, hat meist ein Widerrufsrecht von 14 Tagen, das bei Waren in der Regel erst mit der Lieferung beginnt (§ 312g Abs. 1, § 355 Abs. 2, § 356 Abs. 2 Nr. 1 BGB). Retouren und Stornos ziehst du vor der Freigabe ab.
- Danach gibst du die Provision frei. Ausgezahlt wird sie je nach Weg über das Netzwerk, über die Plattform oder von dir direkt.
Fixhonorar oder Provision: was sich für dich ändert
| Fixhonorar | Provision | |
|---|---|---|
| Du zahlst für | den vereinbarten Beitrag | Klicks, Käufe oder beides |
| Beitrag vereinbart? | ja, im Vertrag | nein, Creator entscheiden selbst |
| Risiko, dass nichts verkauft wird | bei dir | bei Kaufprovision beim Creator, bei Klickvergütung bei dir |
| Messung | Reichweite und Views laut Statistik der Creator, Link oder Code möglich | Klicks und Käufe über Links oder Rabattcodes |
| Künstlersozialabgabe laut KSK | Honorar zählt in der Regel mit | Affiliate-Provision zählt nicht mit |
Provision allein bringt selten Beiträge. Bei reiner Kaufprovision trägt der Creator das Risiko, dass sein Video nichts verkauft, und gerade Creator mit großer Community posten selten ohne Anlass. Ein Partnerprogramm, ein Eintrag in einem Netzwerk oder Produkte, die Creator auf einer Plattform auswählen können, ändern daran allein nichts. Das eigentliche Problem ist, Creator zu aktivieren, viele gleichzeitig, und danach zu sehen, wer verkauft.
Für einen Launch oder eine Saison lässt sich die Provision mit einem Grundbetrag kombinieren (Hybridmodell) oder mit einem Kampagnenbudget, das nach Ergebnis verteilt wird. Laut Künstlersozialkasse (KSK) gehört ein Entgelt, das du selbständigen Creatorn für Werbung mit selbst erstellten Fotos, Videos oder Texten zahlst, zur Bemessungsgrundlage der Künstlersozialabgabe, Provisionen aus einer Affiliate-Kooperation dagegen nicht. Ob das auch für einen Grundbetrag oder ein nach Kennzahlen verteiltes Budget gilt und ob du überhaupt abgabepflichtig bist, klärst du vor dem Start mit deiner Steuerberatung.
Was es kostet, auch wenn niemand postet oder kauft
| Kostenart | Auch ohne Beitrag? | Auch ohne Kauf? |
|---|---|---|
| Provision je Kauf | nein | nein |
| Vergütung je Klick | nein | ja |
| Monatliche Grundgebühr, je nach Netzwerk | ja | ja |
| Produktmuster und Versand | ja | ja |
| Grundbetrag im Hybridmodell | je nach Vertrag | ja |
| Deine Zeit für Ansprache, Briefing und Kontrolle | ja | ja |
Ein Rechenbeispiel mit angenommenen Zahlen: Du schickst 20 Creatorn je ein Muster, das dich samt Versand 30 € kostet, zusammen 600 €. Über ihre Links kommen 80 Bestellungen mit je 60 € Nettowert nach Retouren, also 4.800 €. Bei 15 % Provision zahlst du 720 €. Zusammen kostet dich das 1.320 €, also 16,50 € je Bestellung oder 27,5 % vom Nettowert, ohne Netzwerkgebühren und deine Zeit. Postet niemand, hast du 600 € für Muster ausgegeben und keine einzige Bestellung.
Der Provisionssatz ist also nicht dein Kostensatz. Als Anhaltspunkt für den Satz selbst: Laut LTK-FAQ (gelesen am 22. Oktober 2026) bieten die Marken dort in der Regel 10 bis 25 % Provision. Wie hoch du gehen kannst, ohne Geld zu verlieren, hängt von deinem Deckungsbeitrag je Bestellung ab, also von dem, was nach Wareneinsatz, Versand und Retourenkosten übrig bleibt.
So ist es bei wyrld
Mit wyrld Boost bringst du ein Kampagnenbudget zu Creatorn, die deine Produkte in eigenen Videos zeigen und in ihre Shops holen. Das gibt den Anlass, der reiner Provision oft fehlt, und viele Creator können gleichzeitig mitmachen. Ausgezahlt wird nach KPIs, die du vor dem Start festlegst, etwa Käufe, Klicks, Watchtime oder Reichweite, und du bestimmst, in welchen Shops gekauft wird. Kampagnenvideos kennzeichnen die Creator als Werbung. Das Budget steht vorher fest, nach den KPIs richtet sich, wie es sich auf die Creator verteilt.
Läuft dein Partnerprogramm über eines der großen Affiliate-Netzwerke, steht wyrld dort als ein einziger Partner, über den Creator deine Produkte in der Regel schon auswählen können. Das Brand- und Shop-Abo zeigt dir jeden Tag, welche Creator dahinter deine Produkte zeigen, wer Klicks bringt und, soweit dein Shop Käufe meldet, wer verkauft. Mit diesen Creatorn richtet wyrld eigene Konditionen ein. Anders als die Provision hängt das Abo nicht vom Ergebnis ab, es läuft monatlich. Preise für Abo und Boost nennt wyrld auf Anfrage.
Die Creator auf wyrld kommen vor allem aus Mode, Beauty und Interior, ihre Community ist überwiegend jung. Ob und wie viele bei deiner Kampagne mitmachen, entscheiden sie selbst, deshalb sagt wyrld weder Teilnehmerzahl noch Reichweite oder Umsatz zu. Ob über dein Partnerprogramm oder direkt, mit Abo oder Boost: Was zu dir passt, besprechen wir gern mit dir.
Häufige Fragen.
Brauche ich für Influencer-Marketing auf Provision ein Affiliate-Netzwerk?
Nicht unbedingt. Klicks und Käufe lassen sich auch mit einer eigenen Tracking-Software, über Rabattcodes oder über eine direkt angebundene Plattform zuordnen. Ein Netzwerk nimmt dir das Tracking ab, kostet aber je nach Anbieter eine monatliche Grundgebühr, eine Gebühr je Transaktion oder beides. Creator bringt dir keiner dieser Wege von allein, sie brauchen einen Anlass zu posten.
Wie lege ich für Top-Creator höhere Provisionen fest?
In manchen Partnerprogrammen über eigene Provisionsgruppen für einzelne Partner, je nach Netzwerk und Tarif, sonst über Boni oder eine eigene Absprache. Auf wyrld siehst du im Abo, wer deine Produkte zeigt, wer Klicks bringt und, soweit dein Shop Käufe meldet, wer verkauft. Mit diesen Creatorn richtet wyrld eigene Konditionen ein oder plant mit dir eine Boost-Kampagne.
Wer entscheidet, welche Produkte Creator zeigen?
Im Partnerprogramm die Creator selbst: Sie holen sich Produkte, die zu ihnen passen, und verdienen erst, wenn jemand klickt oder kauft. In einer bezahlten Kooperation legt ihr Produkte und Inhalte im Briefing gemeinsam fest. Bei wyrld Boost bestimmst du die Produkte, und jeder Creator entscheidet, ob er mitmacht.
Muss ein Creator einen Beitrag mit Affiliate-Link als Werbung kennzeichnen?
In der Regel ja. Nach § 5a Abs. 4 UWG muss der kommerzielle Zweck kenntlich sein, wenn er sich nicht unmittelbar aus den Umständen ergibt. Eine Provision ist ein Entgelt, und dass der Creator eine Gegenleistung bekommt, wird gesetzlich vermutet. Begeht ein Beauftragter deines Unternehmens den Verstoß, richtet sich der Unterlassungsanspruch nach § 8 Abs. 2 UWG auch gegen dich. Ob ein Creator als Beauftragter gilt, hängt vom Einzelfall ab.
Stand der Angaben:
Quellen
Diese Seite erklärt Kosten und Regeln allgemein und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Die Zahlen im Rechenbeispiel sind Annahmen, keine Branchenwerte. Gelesen am :
- Künstlersozialkasse: FAQ für Unternehmen und Verwerter, Frage 24 (Zahlungen an Influencer)
- LTK: FAQ (Deutschland), Frage „Wie viel Provision zahlt LTK?“
- Bürgerliches Gesetzbuch, § 312g (Widerrufsrecht)
- Bürgerliches Gesetzbuch, § 355 (Widerrufsrecht und Widerrufsfrist)
- Bürgerliches Gesetzbuch, § 356 (Beginn der Widerrufsfrist)
- Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb, § 5a (kommerziellen Zweck kenntlich machen)
- Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb, § 8 (Beseitigung und Unterlassung)