Ratgeber · Für Shops und Marken

Welche Social-Commerce-Plattformen gibt es in Deutschland für Marken?

Diese Wege stehen Marken in Deutschland offen: TikTok Shop mit Kauf in der App, Shops auf Instagram und Facebook mit Kauf auf deiner Website, das Amazon-Influencer-Programm, LTK, Creator-Shops wie wyrld und ein eigenes Partnerprogramm. YouTube Shopping Affiliate wird laut YouTube seit dem 3. September 2026 in Deutschland ausgerollt, zunächst mit zehn Shops. Die Provision legst du meist selbst fest, bei Amazon im Grundsatz Amazon. Dass dein Produkt auswählbar ist, heißt auf keinem dieser Wege, dass Creator es auch zeigen.

Stand:

Mit wyrld Boost bringst du dein Budget sofort zu Creatorn, die deine Produkte zeigen, und zahlst nach Ergebnis.

Sieben Wege im Vergleich: wo gekauft wird, wer die Provision festlegt, wie Creator posten

WegWo gekauft wirdWer die Provision festlegtWie Creator zum Posten kommen
TikTok Shopin der TikTok-Appdu und die Creator, per Vereinbarunglaut TikTok Creator ab 18 mit mindestens 500 Followern in Deutschland; ob sie dein Produkt bewerben, entscheiden sie
YouTube Shopping Affiliateauf der Website des Shopsteilnehmende Shops und Marken, je ProduktCreator taggen selbst, nur Produkte teilnehmender Shops; Shops können einzelnen Kanälen höhere Sätze anbieten
Shops auf Instagram und Facebookauf deiner WebsiteMeta nennt keine Creator-Provision; eine Vergütung vereinbarst du selbstCreator markieren Produkte aus deinem Shop, laut Meta mit qualifiziertem Konto oder als freigegebener Branded-Content-Partner; ob sie es tun, entscheiden sie
Amazon-Influencer-Programmauf Amazonim Grundsatz Amazon, nach seinem VergütungskatalogCreator stellen auf ihrer Amazon-Seite Produkte vor, die sie selbst empfehlen; ob deins dabei ist, entscheiden sie
LTKim Onlineshop, über Affiliate-Linksdu; laut LTK meist 10 bis 25 %organisch nur, wenn Creator dein Produkt selbst wählen; für gesponserte Beiträge schlägt LTK nach Briefing und Budget Creator vor
Creator-Shops mit Preisvergleich, etwa wyrldbeim Shop, den die Community wähltdu in deinem Programm (wyrld als ein Partner) oder der Shop, in dem gekauft wirdCreator wählen Produkte selbst aus; ob sie deins zeigen, entscheiden sie, einen Anlass gibt etwa eine Kampagne
Eigenes Partnerprogrammin deinem Onlineshopdudu gewinnst Partner selbst; viele bleiben ohne Anlass inaktiv

Alle Angaben laut den Seiten der Anbieter, gelesen am 22. Oktober 2026. Den Zugang regelt jeder Weg anders: Im TikTok Shop registrierst du dich laut TikTok als Verkäufer und musst Unternehmer sein, Shopping-Tags auf Instagram setzen laut Meta einen Shop auf Instagram voraus, und LTK nimmt Marken nach einer Bewerbung auf. Kooperationen mit Marken außerhalb der USA betreut LTK laut FAQ als verwalteten Service.

Für YouTube Shopping Affiliate nennt der YouTube-Blog zum Start in Deutschland zehn Shops. Wie Shops YouTube Shopping einrichten und Provisionsraten festlegen, beschreibt YouTube im Händler-Hub; ob Shops in Deutschland außer diesen zehn schon teilnehmen können, steht dort nicht. Die YouTube-Hilfe für Creator führte Deutschland am 22. Oktober 2026 noch nicht unter den teilnehmenden Ländern. Daneben gibt es weitere Creator-Plattformen und Affiliate-Netzwerke.

Auswählbar heißt nicht gepostet

Auf keinem dieser Wege entsteht Reichweite schon dadurch, dass Creator deine Produkte auswählen könnten. LTK schreibt Marken zwar, Partnermarken seien automatisch für die organische Vermarktung in der App qualifiziert. Ob jemand dein Produkt tatsächlich zeigt, entscheiden aber auch dort die Creator. Viele Partner eines Programms werden nie aktiv, und gerade Creator mit der Community, die du erreichen willst, posten selten ohne Anlass.

Die Arbeit ist deshalb auf allen Wegen ähnlich: Creator ansprechen, ihnen einen Anlass geben, etwa ein Produktmuster, einen festen Zeitraum oder ein Budget, viele gleichzeitig zum Posten bringen und danach sehen, wer verkauft. Ein einzelner Beitrag sagt wenig darüber, ob ein Ergebnis am Produkt liegt oder am Creator.

Einige Wege bieten dafür eigene Hebel. Bei YouTube können Shops laut Hilfe einzelnen Kanälen höhere, eigene Provisionsraten anbieten, und Creator können über den Affiliate-Hub Produktproben anfordern. Für gesponserte Beiträge schlägt LTK laut seiner Markenseite nach Briefing und Budget Creator vor. Im eigenen Programm bleibt die Ansprache bei dir. Erscheint eine Plattform als ein einziger Partner in deinem Programm, siehst du dort in der Regel nur diesen Partner, nicht die einzelnen Creator dahinter.

Kauf in der App oder in deinem Shop: was sich für dich ändert

Im TikTok Shop wird in der App gekauft. TikTok betreibt dort laut seinen Nutzungsbedingungen einen Marktplatz und verkauft selbst nichts: Der Kaufvertrag besteht zwischen dir als Verkäufer und der Person, die kauft. Die Provision für Creator vereinbart ihr untereinander, TikTok ist an dieser Vereinbarung laut den Creator-Bedingungen nicht beteiligt.

Bei Shops auf Instagram und Facebook findet der Kaufabschluss laut Meta seit September 2025 auf deiner Website statt. Bestellungen, Zahlungen, Versand und Rücksendungen laufen dann über deinen eigenen Shop. Für das vollständige Shops-Erlebnis führt Meta Deutschland in einer offenen Beta, manche Funktionen fehlen dort womöglich. Ähnlich bei YouTube: Wer auf ein Produkt-Tag tippt, kauft auf der Website des Shops. Die Provisionssätze legen laut YouTube die teilnehmenden Marken und Shops für jedes Produkt selbst fest. Führt einer der zehn Startpartner dein Produkt, bestimmt also dieser Shop den Satz für sein Angebot.

Retouren können die Provision schmälern. YouTube zahlt für zurückgeschickte Produkte keine Provision, und nach den TikTok-Bedingungen für Creator kann sich eine Rückerstattung auf die Höhe der Provision auswirken.

So findest du den passenden Weg

  1. Kläre, wo gekauft werden soll. Im TikTok Shop und bei Amazon kauft die Community auf der Plattform, auf den anderen Wegen in einem Onlineshop. Willst du Bestellung, Zahlung und Kundschaft bei dir halten, passen die Wege mit Weiterleitung; bist du schon auf Amazon oder im TikTok Shop vertreten, kannst du dort ansetzen.
  2. Leg das Ziel fest. Für schnellen Abverkauf zählt ein kurzer Weg vom Video zum Kauf, etwa ein Produkt-Tag oder der Kauf in der App. Geht es dir vor allem um Reichweite, bedenke: Eine Kaufprovision zahlst du erst beim Kauf, eine Klickvergütung je Klick, und Reichweite selbst vergütet keins von beiden. Dafür eignen sich eher ein Fixhonorar oder ein Kampagnenbudget. YouTube nennt außerdem Mediakampagnen, mit denen Shops reichweitenstarke Creator-Videos verlängern können.
  3. Plane, wie Creator zum Posten kommen: wen du ansprichst, welchen Anlass du gibst und in welchem Zeitraum. Auswählbar sein reicht auf keinem Weg.
  4. Rechne die Provision vor dem Start durch. Wer den Satz festlegt, steht in der Tabelle oben: bei Amazon im Grundsatz Amazon, bei YouTube die teilnehmende Marke oder der Shop, bei den meisten anderen Wegen du.
  5. Starte mit einem oder zwei Wegen und miss je Creator, wer Klicks und Käufe bringt. Danach lohnt es sich, Konditionen für einzelne Creator anzupassen.

So ist es bei wyrld

Mit wyrld Boost bringst du ein Kampagnenbudget zu Creatorn, die deine Produkte in eigenen Videos zeigen. So bekommen Creator einen Anlass zu posten, und viele können gleichzeitig mitmachen. Ausgezahlt wird nach KPIs, die du vorher festlegst, etwa Käufe, Klicks oder Watchtime, und du bestimmst, ob nur in deinem Shop, auf Amazon oder mit Preisvergleich gekauft wird. Kampagnenvideos kennzeichnen die Creator als Werbung. Ob ein Creator mitmacht, entscheidet er selbst, und Teilnehmerzahl, Reichweite oder Umsatz sagt wyrld nicht zu.

Mit dem Brand- und Shop-Abo siehst du jeden Tag, welche Creator deine Produkte zeigen und, soweit der Shop Käufe meldet, wer davon verkauft, und richtest für sie eigene Konditionen ein. Angebunden wird deine Marke über dein bestehendes Partnerprogramm, in dem wyrld als ein Partner erscheint, oder direkt; ob deine Produkte darüber schon auswählbar sind, hängt von deinem Programm ab. Vergütet wird nach Ergebnis und nach deinen Konditionen, pro Klick, pro Kauf oder beides, gekauft wird in der Regel direkt beim Shop. Preise für Abo und Boost gibt es auf Anfrage, ebenso ein Gespräch über die Anbindung deiner Produkte.

FAQ

Häufige Fragen.

Kann ich als Marke in Deutschland über TikTok Shop verkaufen?

Grundsätzlich ja: TikTok weist seine TikTok-Shop-Bedingungen als gültig für Deutschland aus. Du verkaufst dort als Verkäufer auf einem Marktplatz in der TikTok-App, der Kaufvertrag kommt zwischen dir und der kaufenden Person zustande, nicht mit TikTok. Creator, die deine Produkte bewerben, brauchen laut TikTok-Richtlinie vom 3. September 2026 mindestens 500 Follower in Deutschland und müssen mindestens 18 sein.

Kann meine Marke beim YouTube Shopping-Affiliate-Programm mitmachen?

Laut YouTube-Blog wird das Programm seit dem 3. September 2026 in Deutschland ausgerollt, zum Start mit zehn Shops, darunter OTTO, Tchibo und Thalia. Wie Shops Provisionsraten einrichten, beschreibt YouTube im Händler-Hub; ob Shops in Deutschland außer den zehn schon teilnehmen können, sagt YouTube dort nicht. Die Länderliste der Hilfe für Creator nannte Deutschland am 22. Oktober 2026 noch nicht.

Gibt es auf Instagram einen Kauf direkt in der App?

Laut Meta nicht mehr: Seit September 2025 nutzen Shops auf Facebook und Instagram den Website-Checkout. Deine Produkte können weiter in deinem Shop auf Instagram stehen und von Creatorn markiert werden, Bestellung, Zahlung, Versand und Rücksendungen laufen aber über deine eigene Website. Eine Provision für Creator nennt Meta dabei nicht.

Wie viel Provision zahlen Marken an Creator?

Eine allgemeingültige Zahl nennen die Anbieter nicht. LTK schreibt in seiner FAQ, Marken böten dort in der Regel 10 bis 25 %, und nennt auf seiner Seite für Marken einen Durchschnitt von 14 %. Bei Amazon gilt im Grundsatz Amazons Vergütungskatalog, bei YouTube legen die teilnehmenden Shops den Satz je Produkt fest, und im TikTok Shop vereinbarst du ihn mit den Creatorn.

Reicht es, wenn meine Produkte auf einer Plattform auswählbar sind?

Meist nicht. Auswählbar heißt nur, dass Creator dein Produkt zeigen könnten. Viele Partner eines Programms werden nie aktiv, und Creator mit großer Community posten selten ohne Anlass. Reichweite entsteht, wenn du Creator ansprichst, ihnen einen Anlass gibst, etwa ein Muster, einen festen Zeitraum oder ein Kampagnenbudget, und danach siehst, wer verkauft.

Stand der Angaben:

Quellen

Passende Fragen.

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