Ratgeber · Für Shops und Marken
Welche KPIs sind im Influencer-Marketing wirklich wichtig?
Welche KPIs wichtig sind, hängt vom Ziel ab. Für Verkäufe zählen Klickrate (CTR), Conversion-Rate, Kosten pro Bestellung (CPO) und ROAS, also Umsatz geteilt durch alle Kampagnenkosten, am besten nach Retouren. Für Bekanntheit zählen Reichweite, Aufrufe und Watchtime je Beitrag. Engagement-Rate und Followerzahl sagen wenig über Umsatz. Rechne alles auch je Creator, sonst verdeckt der Durchschnitt, wer verkauft. Ein reines Last-Click-Modell rechnet Käufe, die erst Tage nach dem Klick über die Suche kommen, nicht dem Creator zu.
Stand:
Mit wyrld Boost bringst du dein Budget sofort zu Creatorn, die deine Produkte zeigen, und zahlst nach Ergebnis.
Neun Kennzahlen und wie du sie rechnest
| Kennzahl | Formel | Zeigt dir |
|---|---|---|
| Reichweite | erreichte Konten laut Statistik der Creator | wie viele Konten den Inhalt gesehen haben |
| Aufrufe und Watchtime | Wiedergaben und angesehene Zeit laut Statistik der Creator | ob das Video wirklich angeschaut wird |
| Engagement-Rate | Interaktionen ÷ Reichweite × 100 | ob der Inhalt die Community anspricht |
| Klickrate (CTR) | Klicks ÷ Reichweite × 100 | ob der Inhalt Lust aufs Produkt macht |
| Conversion-Rate | Bestellungen ÷ Klicks × 100 | ob Shop, Preis und Angebot überzeugen |
| CPO (Cost per Order) | Kosten ÷ Bestellungen | was dich eine Bestellung kostet |
| ROAS (Return on Ad Spend) | Umsatz ÷ Kosten | wie viel Umsatz je Euro Einsatz zurückkommt |
| Neukundenanteil | Erstbestellungen ÷ alle Bestellungen × 100 | ob du neue Kundschaft gewinnst |
| Umsatz nach Retouren | Umsatz minus Retouren und Stornos | was vom Umsatz wirklich bleibt |
Kosten heißt alles, was die Kampagne dich kostet: Honorare, Provisionen, verschickte Produkte, Versand und, falls du abgabepflichtig bist, die Künstlersozialabgabe auf die Honorare. Rechnest du nur das Honorar, sieht der ROAS besser aus, als er ist.
Die Engagement-Rate rechnen Tools und Agenturen unterschiedlich: durch Follower, durch Reichweite oder durch Aufrufe. Bei der Klickrate ist es ähnlich: Google Ads teilt laut seiner Hilfe die Klicks durch die Impressionen, also durch die Einblendungen einer Anzeige, nicht durch erreichte Konten. Vergleiche nur Werte, die gleich gerechnet sind. Vorsicht bei Google Analytics: Dort heißt die Engagement-Rate auf Deutsch Interaktionsrate und meint den Anteil der Sitzungen auf deiner Website, die länger als 10 Sekunden dauern, ein Schlüsselereignis enthalten oder mindestens zwei Seitenaufrufe haben. Mit Likes und Kommentaren hat diese Zahl nichts zu tun.
Rechenbeispiel: eine Kampagne vom Post bis zum ROAS
- Angenommen, du zahlst drei Creatorn zusammen 1.000 € Honorar und schickst Produkte im Wert von 200 €. Deine Kosten: 1.200 €. Alle Beträge sind netto, Versand und Abgaben lassen wir der Einfachheit halber weg. Die Zahlen sind ausgedacht und keine Richtwerte.
- Die Beiträge erreichen 80.000 Konten und bekommen 3.200 Interaktionen. Engagement-Rate: 3.200 ÷ 80.000 × 100 = 4 %.
- Die Links bekommen zusammen 1.600 Klicks. Klickrate: 1.600 ÷ 80.000 × 100 = 2 %.
- Daraus werden 40 Bestellungen, im Schnitt 75 € netto. Conversion-Rate: 40 ÷ 1.600 × 100 = 2,5 %. Umsatz: 3.000 €. CPO: 1.200 € ÷ 40 = 30 €.
- ROAS vor Retouren: 3.000 € ÷ 1.200 € = 2,5. In Google Ads gibst du den Ziel-ROAS als Prozent an, 2,5 entspricht dort 250 %.
- Angenommen, 30 % des Umsatzes kommen als Retoure zurück. Es bleiben 2.100 €, der ROAS nach Retouren liegt bei 1,75.
- Prüf jetzt die Marge. Angenommen, nach Wareneinsatz bleibt dir die Hälfte vom Nettoumsatz. Von 2.100 € sind das 1.050 €, weniger als die 1.200 € Kosten. Bei dieser Marge trägt sich die Kampagne erst ab einem ROAS von 2 nach Retouren.
- Ob die Kampagne über Wiederkäufe noch aufgeht, hängt davon ab, wie viel neue Kundschaft du gewonnen hast. Angenommen, 26 der 40 Bestellungen waren Erstbestellungen: Das ist ein Neukundenanteil von 65 %.
Warum der letzte Klick Creator unterschätzen kann
Ein Beispiel: Jemand tippt am Montag auf den Link in einer Story, schaut sich das Produkt an, sucht es am Donnerstag bei Google und bestellt. In einem Last-Click-Modell bekommt der letzte Kanal vor dem Kauf den ganzen Wert, hier die Google-Suche. Der Creator bekommt in der Auswertung nichts angerechnet, obwohl sein Link den ersten Besuch gebracht hat.
Google Analytics bietet laut seiner Hilfe in den Attributionsberichten nur noch drei Modelle: die datengetriebene Attribution und zwei Last-Click-Modelle. Die datengetriebene Attribution verteilt den Wert eines Kaufs anhand der Daten deines Kontos auf die Klicks davor, so kann auch der Story-Link aus dem Beispiel einen Anteil bekommen. Den Kauf (Ereignis „purchase“) markiert Google Analytics standardmäßig als Schlüsselereignis und schaut dafür 90 Tage zurück, wählbar sind auch 30 oder 60 Tage.
Die Webanalyse sieht nur, was auf deiner Website ankommt. Wer das Video nur anschaut und später die Adresse deines Shops eintippt, ist dort ein direkter Besuch. Direkte Besuche bekommen laut Google in keinem Modell einen Anteil, außer der ganze Weg besteht nur aus ihnen. Rabattcodes je Creator und die Frage „Wie bist du auf uns aufmerksam geworden?“ nach der Bestellung fangen einen Teil davon auf.
Dieselbe Kampagne je Creator: wer Reichweite bringt und wer verkauft
| Creator (angenommen) | Kosten | Reichweite / Bestellungen | CPO |
|---|---|---|---|
| A | 600 € | 50.000 / 8 | 75 € |
| B | 350 € | 20.000 / 20 | 17,50 € |
| C | 250 € | 10.000 / 12 | 20,83 € |
Das ist die Kampagne aus dem Rechenbeispiel, aufgeteilt auf die drei Creator (Kosten = Honorar plus Produkte). A bringt die meiste Reichweite und die teuersten Bestellungen, B die meisten Bestellungen bei weniger als der halben Reichweite. Im Durchschnitt von 30 € CPO sieht man das nicht. Die Aufteilung bekommst du nur, wenn jeder Creator einen eigenen Link oder Code hat.
Für so eine Tabelle brauchst du Creator, die tatsächlich posten. Dass Creator deine Produkte in einem Partnerprogramm auswählen können, bringt noch keinen Beitrag und damit auch keine Zahlen. Viele Partner werden nie aktiv, und Creator, die Marken besonders gern hätten, posten selten ohne Anlass. Die eigentliche Aufgabe ist, viele Creator gleichzeitig zum Posten zu bringen und danach je Creator zu sehen, wer verkauft.
So ist es bei wyrld
Bei wyrld Boost werden Kennzahlen wie die aus der Tabelle oben zur Grundlage der Auszahlung: Vor dem Start legst du fest, nach welchen KPIs der Pool an die Creator geht, zum Beispiel Käufe, Klicks, Watchtime oder Reichweite in der Black-Friday-Woche. Du stellst ein Kampagnenbudget bereit und bestimmst Produkte und Zeitraum. Viele Creator können gleichzeitig mitmachen; ob sie teilnehmen, entscheiden sie selbst. Klicks misst wyrld über die Links. Käufe zählen dort, wo der Shop sie meldet. Watchtime und Reichweite laden die Creator aus ihren Statistiken hoch. Nach der Kampagne siehst du, welcher Creator welche Ergebnisse gebracht hat. Wo gekauft wird, bestimmst du, etwa nur in deinem eigenen Shop. Kampagnenvideos kennzeichnen die Creator als Werbung.
Auch ohne Kampagne siehst du mit dem Brand- und Shop-Abo, welche Creator deine Produkte zeigen, wer Klicks bringt und wer verkauft. Für Creator, die über wyrld verlinken, zeigt dir dein Partnerprogramm in der Regel keine Zeile je Creator, denn dort erscheint wyrld als ein einziger Partner. Mit den Creatorn, die verkaufen, richtest du eigene Konditionen ein, etwa eine höhere Provision oder einen Bonus.
Angebunden werden deine Produkte über dein bestehendes Partnerprogramm bei einem der großen Affiliate-Netzwerke, über das Creator sie in der Regel schon auswählen können, oder direkt mit wyrld. Die Preise für Abo und Boost gibt es auf Anfrage. Ob für dich zuerst Boost, das Abo oder die Anbindung passt, besprechen wir gern mit dir.
Häufige Fragen.
Was ist eine gute Engagement-Rate bei Influencern?
Einen Wert, der überall gilt, gibt es nicht. Die Rate hängt davon ab, ob durch Follower, Reichweite oder Aufrufe gerechnet wird, und unterscheidet sich je nach Plattform, Format und Größe des Kontos. Vergleiche deshalb Creator auf derselben Plattform mit derselben Formel, am besten auch mit ihren eigenen früheren Beiträgen.
Was ist der Unterschied zwischen ROAS und ROI?
Der ROAS teilt den Umsatz durch die Kosten der Kampagne. Der ROI rechnet mit dem Gewinn: was nach Wareneinsatz und Kampagnenkosten übrig bleibt, geteilt durch die Kosten. Ein ROAS von 2 kann deshalb ein Verlust sein, wenn deine Marge unter 50 % liegt.
Wie lange nach einer Influencer-Kampagne sollte ich auswerten?
Mach den ersten Bericht nach ein bis zwei Wochen, den endgültigen nach Widerrufsfrist und Rücksendungen. Privatkundschaft kann online bestellte Ware in der Regel 14 Tage ab Erhalt widerrufen (§ 312g Abs. 1, § 355 Abs. 2, § 356 Abs. 2 BGB) und hat nach dem Widerruf bis zu 14 Tage für die Rücksendung (§ 357 Abs. 1 BGB). Das sind gut vier Wochen nach der letzten Lieferung, bei freiwillig längerer Rückgabe mehr.
Welche Zahlen sollte ich nach einer Kampagne von Creatorn bekommen?
Reichweite, Aufrufe und Interaktionen stehen in der Statistik der Creator, nicht in deiner. Vereinbare deshalb vorher im Briefing, welche Werte du nach wie vielen Tagen bekommst, etwa als Screenshot oder Export. Klicks und Bestellungen misst du selbst über Links, Codes und deinen Shop.
Ist die Followerzahl ein guter KPI?
Follower zeigen, wie groß ein Konto ist, nicht wie viele Menschen einen bestimmten Beitrag sehen oder danach kaufen. Für eine Kampagne sagen die Reichweite des einzelnen Beitrags, die Klicks und die Bestellungen mehr. Hilfreich ist die Followerzahl vor allem bei der ersten Auswahl von Creatorn.
Stand der Angaben:
Quellen
Die Zahlen im Rechenbeispiel und in der Aufteilung je Creator sind Annahmen, keine Branchenwerte. Die Angaben zu Google Analytics und Google Ads stammen aus deren Hilfeseiten, gelesen am 22. Oktober 2026, und können sich ändern. Diese Seite erklärt Kennzahlen, Widerrufsfristen und die Künstlersozialabgabe nur allgemein und ersetzt keine Rechtsberatung. Gelesen am :
- Google Analytics-Hilfe: Einstieg in die Attribution
- Google Analytics-Hilfe: Attributionseinstellungen auswählen
- Google Analytics-Hilfe: Interaktions- und Absprungrate
- Google Analytics-Hilfe: Ereignisse als Schlüsselereignisse markieren
- Google Ads-Hilfe: Klickrate (CTR)
- Google Ads-Hilfe: Gebotsstrategie „Ziel-ROAS“
- Künstlersozialkasse: FAQ Unternehmen und Verwerter (Frage 24, Influencer)
- Bürgerliches Gesetzbuch, § 312g (Widerrufsrecht im Fernabsatz)
- Bürgerliches Gesetzbuch, § 355 (Widerrufsrecht)
- Bürgerliches Gesetzbuch, § 356 (Beginn der Widerrufsfrist)
- Bürgerliches Gesetzbuch, § 357 (Rechtsfolgen des Widerrufs)