Ratgeber · Für Shops und Marken

Social Ads oder Creator-Empfehlungen: Was passt wann für den Abverkauf?

Social Ads bezahlst du an die Plattform: Meta rechnet laut Hilfe normalerweise nach Impressionen ab, TikTok je nach Gebotsart nach Impressionen, Klicks oder Views. Zeitraum, Budget und Zielgruppe stellst du selbst ein. Creator vergütest du per Honorar oder pro Klick oder Kauf. Ein Partnerprogramm allein bringt aber keine Reichweite: Du musst Creator aktivieren, viele gleichzeitig, und danach sehen, wer verkauft. Anzeigen passen zu festen Terminen, Provision, wenn du nur für Klicks oder Käufe zahlen willst.

Stand:

Mit wyrld Boost bringst du dein Budget sofort zu Creatorn, die deine Produkte zeigen, und zahlst nach Ergebnis.

Wofür du zahlst und was du steuerst

Social AdsCreator-Empfehlung
Wofür du zahlstImpressionen, Klicks oder Views, je nach GebotsartHonorar je Beitrag oder Provision pro Klick oder Kauf
Absenderdeine Marke, aus deinem Werbekontoder Creator, im eigenen Kanal
Kennzeichnungbei Meta automatisch das Label „Anzeige“ (laut Meta)macht der Creator im Beitrag selbst
SteuerungBudget, Laufzeit und Zielgruppe stellst du selbst einInhalt und Zeitpunkt liegen beim Creator oder im Vertrag
Skalieren übermehr Budgetmehr Creator, die wirklich posten
Was daran schwer istdu zahlst auch ohne Kauf und brauchst passendes MaterialCreator zum Posten bringen, viele gleichzeitig, und sehen, wer verkauft
MessungPlattform ordnet Käufe nach Klick oder Ansehen zu (laut Meta)Affiliate-Link oder Rabattcode

Meta schreibt in seiner Hilfe: „Normalerweise wird anhand der Anzahl der Impressionen abgerechnet“, es sei denn, du legst beim Erstellen der Anzeige etwas anderes fest. Bei TikTok entscheidet die Gebotsart: CPM (Preis je 1.000 Impressionen, im Deutschen auch TKP) und oCPM (ebenfalls je 1.000 Impressionen, ausgespielt an Menschen, die eher handeln) rechnen nach Einblendungen ab, CPC nach Klick, CPV nach einem View ab 6 Sekunden oder einer Interaktion in den ersten 6 Sekunden. oCPM ist laut TikTok die Standard-Gebotsart für das Ziel Conversions, auch dann zahlst du also für Einblendungen, nicht für Käufe.

Die Empfehlung kennzeichnet der Creator im eigenen Beitrag. Nach § 5a Abs. 4 UWG ist der kommerzielle Zweck kenntlich zu machen, wenn er sich nicht unmittelbar aus den Umständen ergibt; eine Gegenleistung wird vermutet, solange das Gegenteil nicht glaubhaft gemacht wird. Begeht ein Beauftragter den Verstoß, richten sich Unterlassungs- und Beseitigungsanspruch nach § 8 Abs. 2 UWG auch gegen den Inhaber des Unternehmens, unter Umständen also gegen deine Marke. Die Plattformen haben dazu eigene Regeln: Laut Meta sollten Beiträge mit Affiliate-Link das Label „Bezahlte Werbepartnerschaft“ tragen, auch ohne markierten Business-Partner. TikTok verlangt in seiner Branded Content Policy, beim Posten den Schalter für kommerzielle Inhalte zu aktivieren, auch wenn der Creator über einen Affiliate-Link oder Rabattcode Provision bekommt.

Empfehlungen verkaufen nur, wenn jemand postet

50 %

derer, die in Deutschland soziale Netzwerke nutzen, folgten Influencern.

Bitkom Research, Januar 2022, 1.005 Befragte ab 16, darunter 599, die soziale Netzwerke nutzen
27 %

der Followerinnen und Follower von Influencern hatten schon ein Produkt auf Empfehlung von Influencern gekauft.

Bitkom Research, Januar 2022; Bitkom nennt die Zahl im Absatz über Followerinnen und Follower

Ob eine Empfehlung mehr verkauft als eine Anzeige mit demselben Budget, sagen diese Zahlen nicht. Das zeigen nur deine eigenen Daten, zum Beispiel wenn du Creator-Verkäufe über eigene Links oder Codes misst und einen Zeitraum mit Anzeigen gegen einen ohne vergleichst.

Vor allem setzen die Zahlen voraus, dass jemand dein Produkt überhaupt zeigt. Bei einer Anzeige kaufst du Auslieferung: Du stellst Budget, Laufzeit und Zielgruppe ein, die Plattform spielt aus. Bei Creatorn auf Provision kaufst du nichts dergleichen. Ein Partnerprogramm oder eine Plattform, auf der Creator dein Produkt auswählen können, bringt von allein noch keine Reichweite. Viele Partner eines Programms werden nie aktiv, und gerade die Creator, die du haben willst, posten nicht ohne Anlass.

Die eigentliche Arbeit ist deshalb, Creator zu aktivieren, viele gleichzeitig, und danach zu sehen, wer verkauft. Was dabei hilft:

  • ein Anlass mit Termin, etwa ein Launch oder eine Aktionswoche
  • eine Vergütung, die den Aufwand deckt, etwa ein Honorar, ein Kampagnenbudget oder ein Bonus auf die Provision
  • ein kurzes Briefing mit Produkt, Zeitraum und Hinweis zur Kennzeichnung
  • Zahlen je Creator statt einer Summe für alle, damit das Budget zu denen geht, die verkaufen

Creator-Videos als Anzeige: Spark Ads und Partnership Ads

TikTok Spark AdsMeta Partnership Ads
FreigabeCode, den der Creator in der App erzeugt, oder verknüpftes KontoBerechtigung je Beitrag oder für das ganze Konto, auch per Code
DauerLaufzeit des Codes einstellbarCreator können die Berechtigung jederzeit widerrufen
Text des BeitragsCaption eines freigegebenen Creator-Beitrags nicht mehr änderbarÄnderungen für die Anzeige lassen das Original unverändert
InteraktionenLikes, Kommentare und Follows zählen für den OriginalbeitragInsights zum Partner-Content sind für dich sichtbar

Bei beiden Formaten zeigt die Anzeige den Creator: Bei TikTok läuft die Spark Ad über sein Konto als Absender, bei Meta enthält die Anzeige sein Handle. Budget und Ausrichtung legst du in deinem Werbekonto fest. Laut TikTok wird ein privates Video öffentlich, sobald es in einer Kampagne läuft, und die Caption lässt sich nach der Freigabe nicht mehr ändern. Soll sie eine Werbekennzeichnung tragen, muss diese also vor der Freigabe drinstehen.

Meta zeigt bei beworbenen Beiträgen das Label „Anzeige“ wie bei jeder anderen Werbeanzeige. Hat der Creator die Marke als Partner hinzugefügt, steht über dem Beitrag außerdem „Bezahlte Werbepartnerschaft mit“ und ihr Name. Nach dem Leitfaden der Medienanstalten (Mai 2025) können plattformeigene Kennzeichnungs-Tools mit „Werbung“, „Anzeige“ oder „bezahlte Werbepartnerschaft“ die alleinige Kennzeichnung sein, sofern die übrigen Anforderungen an die Erkennbarkeit erfüllt sind, etwa auf den ersten Blick und ohne Scrollen.

Die Freigabe in der App regelt den Ablauf auf der Plattform. Was du mit dem Video darfst, wie lange und gegen welche Vergütung, gehört in die Vereinbarung mit dem Creator. Meta weist darauf hin, dass Creator für Partnership Ads außerhalb der Plattform bezahlt werden.

Nennt ein Vertrag die Nutzungsarten nicht ausdrücklich einzeln, bestimmt nach § 31 Abs. 5 UrhG der Vertragszweck, wie weit das Nutzungsrecht reicht. Ist der Creator im Video zu sehen, darf es nach § 22 KunstUrhG nur mit seiner Einwilligung verbreitet werden; im Zweifel gilt sie als erteilt, wenn er für die Aufnahme eine Entlohnung erhielt. Ob das auch die Nutzung als Anzeige abdeckt, sagt die Zweifelsregel nicht. Halte die Werbenutzung deshalb ausdrücklich fest. In die Vereinbarung gehören zum Beispiel:

  • welche Beiträge auf welchen Plattformen als Anzeige laufen dürfen
  • wie lange die Werbenutzung dauert und was danach mit laufenden Anzeigen passiert
  • ob du schneiden, kürzen oder Text ergänzen darfst
  • die Vergütung für die Werbenutzung, getrennt vom Honorar oder der Provision für den Beitrag
  • dass der Originalbeitrag als Werbung gekennzeichnet ist, bevor er freigegeben wird

Wann passt was? Fünf Fragen vor der Budgetverteilung

  1. Steht ein fester Termin an, etwa ein Launch oder der Start eines Sales? Dann brauchst du Reichweite genau in diesem Zeitraum. Anzeigen liefern sie über Budget und Laufzeit, die du selbst einstellst. Creator auf Provision posten, wann es in ihren Plan passt, oder gar nicht. Einen Termin mit Creatorn planst du über eine Vereinbarung mit Vergütung, etwa ein Honorar oder ein Kampagnenbudget.
  2. Willst du nur für Ergebnisse zahlen? Dann vergütest du Creator über ein Partnerprogramm pro Kauf, pro Klick oder beides. Bei Provision pro Kauf zahlst du die Provision nur, wenn jemand kauft, bei Vergütung pro Klick auch für Klicks ohne Kauf. Anzeigen kosten auch ohne Kauf, weil sie in der Regel nach Impressionen, Klicks oder Views abgerechnet werden. Rechne aber nicht damit, dass Provision allein genug Creator zum Posten bringt.
  3. Läuft ein Creator-Video organisch gut? Dann liegt der Test als Spark Ad oder Partnership Ad nahe: Das Video bleibt beim Creator, du gibst Budget und Zielgruppe vor. Ohne Freigabe des Creators geht das nicht, Freigabe und Vereinbarung klärst du deshalb vorher.
  4. Fehlt dir Material für Anzeigen? Ein Creator, der dein Produkt im eigenen Bad, Kleiderschrank oder Wohnzimmer zeigt, liefert Videos im Format der Plattform. Beiträge, die gut ankommen, kannst du später mit Freigabe als Anzeige nutzen.
  5. Laufen Anzeigen und Creator-Links gleichzeitig? Dann leg vorher fest, welcher Kanal einen Kauf vergütet bekommt. Angenommen, jemand sieht morgens deine Anzeige, klickt abends auf den Link eines Creators und kauft für 80 Euro. Meta kann den Kauf je nach Attributionseinstellung der Anzeige zuordnen, auch wenn sie nur angesehen wurde, und das Partnerprogramm kann denselben Kauf nach seinen Regeln dem Creator vergüten. Im Shop ist es ein Kauf, in deinen Berichten sind es zwei.

So ist es bei wyrld

Mit wyrld Boost bringst du ein Kampagnenbudget zu Creatorn, die deine Produkte zeigen, für einen Zeitraum, den du festlegst, etwa eine Aktionswoche. Das ist der Anlass mit Termin und Budget, den ein Partnerprogramm allein nicht bietet. Die Kampagne richtet sich an viele Creator gleichzeitig. Ob ein Creator mitmacht, entscheidet er selbst. Der Pool geht nach den erreichten KPIs an die Creator, zum Beispiel nach Käufen, Klicks, Watchtime oder Reichweite, und wie er verteilt wird, legst du vor dem Start mit wyrld fest. Du bestimmst, in welchen Shops gekauft wird, und Kampagnenvideos für Boost kennzeichnen die Creator als Werbung.

Mit dem Brand- und Shop-Abo, das monatlich läuft, siehst du jeden Tag, welche Creator deine Produkte zeigen und wer wirklich verkauft: Klicks je Creator, Käufe dort, wo der Shop sie meldet. Mit einzelnen Creatorn lassen sich eigene Konditionen einrichten. Auf wyrld sind Hunderte Creator, vor allem aus Mode, Beauty und Interior mit jungem Publikum.

Vergütet wird über dein Partnerprogramm bei einem der großen Affiliate-Netzwerke, über das Creator deine Produkte in der Regel schon heute auswählen können, oder direkt mit wyrld. Preise für Abo und Boost gibt es auf Anfrage. Welche Form zu deinem Plan passt, ob Anbindung, Abo oder Boost, besprechen wir gern mit dir.

FAQ

Häufige Fragen.

Was sind Spark Ads auf TikTok?

Laut TikTok ein Anzeigenformat, das organische TikTok-Beiträge als Anzeige ausspielt, aus dem eigenen Konto oder mit Freigabe anderer Creator. Views, Likes, Kommentare, Shares und Follows aus der Kampagne zählen für den Originalbeitrag. Die Freigabe läuft zum Beispiel über einen Code, den der Creator in der App zum Video erzeugt.

Was sind Partnership Ads bei Instagram und Facebook?

So heißen bei Meta die früheren Branded Content Ads: Anzeigen, in denen das Handle eines Creators oder Partners steht. Dafür brauchst du laut Meta dessen Berechtigung, für einen Beitrag oder für das ganze Konto, und Creator können sie jederzeit widerrufen.

Wie ist eine Anzeige mit Creator-Video als Werbung gekennzeichnet?

Bei Meta trägt die Anzeige automatisch das Label „Anzeige“. Plattformeigene Tools mit „Werbung“, „Anzeige“ oder „bezahlte Werbepartnerschaft“ können laut Medienanstalten die alleinige Kennzeichnung sein, wenn die übrigen Anforderungen an die Erkennbarkeit erfüllt sind. Bei TikTok aktiviert ein Creator, der für eine Marke postet, laut Branded Content Policy den Schalter für kommerzielle Inhalte, dann kennzeichnet TikTok den Beitrag automatisch. Wie eine Spark Ad gekennzeichnet ist, nennen die zitierten Hilfeseiten nicht.

Was kostet es, ein Creator-Video als Anzeige zu schalten?

Zwei Posten: das Werbebudget bei der Plattform, in der Regel abgerechnet nach Impressionen, Klicks oder Views wie bei anderen Anzeigen, und die Vergütung des Creators für die Nutzung des Videos. Die zweite vereinbarst du direkt mit dem Creator. Meta nennt ausdrücklich, dass Creator für Partnership Ads außerhalb der Plattform bezahlt werden.

Können Creator-Empfehlungen Social Ads ersetzen?

Nicht in jedem Fall. Zeitpunkt, Budget und Zielgruppe stellst du bei Anzeigen selbst ein, das zählt bei einem Launch mit festem Datum. Creator-Provision zahlst du nach Ergebnis, sie sorgt aber von allein nicht dafür, dass Creator posten: Sie müssen erst mitmachen, und zwar möglichst viele gleichzeitig. Beides lässt sich verbinden, denn gut laufende Creator-Beiträge werden mit Freigabe zur Anzeige.

Stand der Angaben:

Quellen

Passende Fragen.

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