Ratgeber · Für Creator: starten und verdienen

Wie verdienen Influencer eigentlich Geld?

Influencer verdienen Geld mit Kooperationen gegen Honorar oder Produkte, mit Affiliate-Links, die je nach Programm pro Klick (CPC) oder pro Kauf (CPA) vergütet werden, mit Rabattcodes, mit Programmen der Plattformen wie dem YouTube-Partnerprogramm und mit eigenen Produkten wie Merch oder Kursen. Das Geld kommt von Marken, Shops, Plattformen oder aus der Community. Für das Finanzamt zählen auch Gratisprodukte als Einnahme, die du im Zusammenhang mit deiner Tätigkeit bekommst.

Stand:

Mit wyrld bekommst du einen eigenen Creator-Shop mit Produkten aus 90.000+ Partnershops, die Affiliate-Links legt wyrld für dich an. Für Creator kostenlos.

Sechs Einnahmequellen und wer dafür zahlt

EinnahmequelleWer zahltReichweite nötig?Kennzeichnung
Kooperation gegen Honorar oder Produktdie Marke, in Geld oder als Waredie Marke entscheidet„Werbung“ oder „Anzeige“ zu Beginn, im Video als Dauereinblendung „Werbung“
Affiliate-Link pro Klick (CPC)der Shop, für den Besuchje nach ProgrammSternchen (*) und Erläuterung direkt am Link
Affiliate-Link pro Kauf (CPA)der Shop, als Provision auf den Kaufje nach ProgrammSternchen (*) und Erläuterung direkt am Link
Rabattcodedie Marke, nach Vereinbarungdie Marke entscheidet„Werbung“ oder „Anzeige“ direkt beim Code
Plattform-Programme und Mitgliedschaftendie Plattform oder die Community über die Plattformfeste Schwellen, etwa bei YouTubeje nach Beitrag
Eigene Produkte (Merch, Kurse)wer bei dir kauftim eigenen Shop keine„Werbung“, wenn nicht klar ist, dass es deine Marke ist

CPC steht für Cost per Click, CPA für Cost per Acquisition. Welches Modell gilt, legt der Shop fest, manche zahlen beides. Die Kennzeichnung bei Kooperationen, Affiliate-Links, Rabattcodes und eigenen Produkten folgt dem Leitfaden der Medienanstalten vom Mai 2025. Bei Videos unterscheidet er außerdem, ob das Produkt die Hauptrolle oder nur eine Nebenrolle spielt.

Bei Plattform-Programmen läuft das Geld über die Plattform. Im YouTube-Partnerprogramm etwa bekommen Creator laut YouTube-Hilfe einen Anteil am Umsatz aus den Anzeigen, die in ihren Videos laufen, und aus YouTube Premium. Bei Kanalmitgliedschaften und Supers kommt das Geld von deiner Community, die Auszahlung läuft aber ebenfalls über YouTube und dein AdSense-für-YouTube-Konto.

Zum Beispiel: Du zeigst in einer Story eine Jacke, die du selbst gekauft hast, und setzt einen Affiliate-Link mit Sternchen und kurzer Erläuterung. Je nach Programm bekommst du dafür Geld pro Klick oder eine Provision, wenn jemand darüber kauft. Schickt dir eine Marke später eine Jacke für ein Reel, ist das eine Kooperation gegen Produkt. Das Reel kennzeichnest du als Werbung, und darfst du die Jacke behalten, zählt sie als Einnahme.

Was das Finanzamt als Einnahme zählt

Steuerlich ist nicht nur Geld auf dem Konto eine Einnahme. Die Finanzverwaltung NRW nennt dazu eine Faustregel: Geld oder Sachleistungen, die du wegen deiner Influencer-Tätigkeit bekommst, sind steuerpflichtig, „unabhängig davon, ob du eine konkrete Gegenleistung erbringst“. Ob du hauptberuflich oder nebenbei postest, spielt dabei keine Rolle.

Steuerpflichtig heißt nicht, dass ab dem ersten Euro Einkommensteuer fällig wird. Die zahlst du laut Finanzverwaltung NRW, wenn du mit allen Einkünften zusammen, also etwa auch aus einem Job, mehr verdienst als den jährlichen Grundfreibetrag. 2026 sind das 12.348 Euro (§ 32a Abs. 1 EStG). Für die Umsatzsteuer gelten eigene Grenzen, etwa bei der Kleinunternehmerregelung. Nutzt du sie, fällt auf deine Umsätze keine Umsatzsteuer an. Sonst lösen laut hessischem Leitfaden grundsätzlich auch Gratisprodukte Umsatzsteuer aus.

Als Einnahmen nennen die Finanzverwaltungen von Hessen (Stand Juni 2026) und NRW unter anderem:

  • Geld für Werbung: Posts, Stories, Platzierungen, Sponsorings
  • Einnahmen aus Affiliate-Links und Rabattcodes
  • Plattform-Einnahmen, etwa aus Creator Funds, Abos, Anzeigen oder Twitch-Subs
  • Zuwendungen aus der Community: Spenden, Wunschlisten, Fan-Geschenke
  • Verkäufe von Merch, Coachings, Onlinekursen und Webinaren
  • Gratisprodukte, für die du wirbst und die du behalten darfst, mit ihrem Geldwert, dazu Gratis-Leistungen wie Hotelübernachtungen

Wo eine Mindestzahl an Followern gilt

Eine allgemeine Grenze, ab der Influencer Geld verdienen können, gibt es nicht. Bei Kooperationen entscheidet die Marke. Für eigene Produkte im eigenen Shop gibt es keine fremde Schwelle, verkaufst du über Shopping-Funktionen einer Plattform, gelten deren Regeln. Feste Schwellen setzen einzelne Programme selbst, so stand es am 20. Oktober 2026 auf ihren Seiten:

  • YouTube, Werbeeinnahmen: 1.000 Abonnierende und dazu 4.000 Stunden gültige Wiedergabezeit in den letzten 12 Monaten oder 10 Millionen gültige Shorts-Aufrufe in den letzten 90 Tagen. Wer ab 1. Februar 2027 neu ins Programm kommt, braucht dafür 8.000 Stunden in 365 Tagen oder 20 Millionen Shorts-Aufrufe in 90 Tagen (YouTube-Hilfe).
  • YouTube, erweitertes Partnerprogramm mit Kanalmitgliedschaften, Super Chat und Shopping: 500 Abonnierende und 3 öffentliche Uploads in den letzten 90 Tagen, dazu 3.000 Stunden Wiedergabezeit in 12 Monaten oder 3 Millionen Shorts-Aufrufe in 90 Tagen. Daran ändert sich 2027 nichts, und Deutschland steht auf der Länderliste (YouTube-Hilfe).
  • TikTok Shop, E-Commerce-Berechtigung für Creator: 500 Follower in dem EU-Land, für das du dich bewirbst, und mindestens 18 Jahre (TikTok-Shop-Richtlinie vom 03.09.2026).
  • LTK: mindestens 5.000 Follower (deutsche LTK-FAQ).
  • Stylink: mindestens 1.000 Follower auf Instagram oder TikTok bei der Anmeldung (AGB § 2 Abs. 3, Stand August 2026).

Gegenleistung heißt Werbung, Regelmäßigkeit heißt Gewerbe

Die Grundregel: Bekommst du für einen Beitrag eine Gegenleistung, kennzeichnest du ihn als Werbung. Das hat der Bundesgerichtshof am 9. September 2021 klargestellt (I ZR 90/20, entschieden zusammen mit zwei weiteren Verfahren zu Influencerinnen auf Instagram).

Heute steht die Regel ausdrücklich im Gesetz, in § 5a Abs. 4 UWG: Den kommerziellen Zweck eines Beitrags machst du kenntlich, wenn er sich nicht schon unmittelbar aus den Umständen ergibt. Bei einem Beitrag zugunsten eines fremden Unternehmens liegt dieser Zweck nicht vor, wenn du von ihm keine Gegenleistung bekommst und dir keine versprechen lässt. Dass es eine Gegenleistung gab, vermutet das Gesetz, bis du glaubhaft machst, dass du keine bekommen hast.

Gegenleistung heißt nicht nur Geld. Laut Leitfaden der Medienanstalten können auch zugesandte Produkte, übernommene Reisekosten oder die Einladung zu einem Event eine sein. Für Merch oder eine eigene Kosmetiklinie sieht der Leitfaden ebenfalls „Werbung“ vor, wenn nicht eindeutig ist, dass es dein eigenes Unternehmen ist.

Für den Bundesgerichtshof betreiben Influencer ein Unternehmen, wenn sie über soziale Medien „Waren vertreiben, Dienstleistungen anbieten oder das eigene Image vermarkten“. Steuerlich zählt eine regelmäßige, selbstständige Tätigkeit mit Gewinnabsicht laut Finanzverwaltung NRW in der Regel als Gewerbe. Für diesen Fall nennt sie die Anmeldung beim Gewerbeamt. Den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung nennt sie in jedem Fall: Er geht innerhalb eines Monats nach dem Start über ELSTER ans Finanzamt.

So ist es bei wyrld

Bei wyrld baust du dir einen eigenen Shop mit den Produkten, die du selbst nutzt, aus über 90.000 Partnershops, Amazon eingeschlossen. wyrld erstellt die Affiliate-Links für dich, bei Netzwerken meldest du dich nicht selbst an. Du verdienst je nach Shop pro Klick, pro Kauf oder beides, also mit beiden Affiliate-Modellen aus der Tabelle.

Für Creator ist wyrld kostenlos, und die Creator-AGB nennen keine Mindestzahl an Followern. Dein Shop ist gleich nach der Anmeldung erreichbar, in die Creator-Übersicht kommt er, sobald das wyrld-Team dein Profil geprüft hat. Anders als bei einer Kooperation wartest du also nicht, bis eine Marke dich auswählt.

Abgerechnet wird am Anfang des Folgemonats per Gutschrift. Exklusivität verlangen die Creator-AGB nicht, du kannst deinen Shop also neben anderen Programmen nutzen.

Verdienst-Rechner.

Beispielwerte. Jeder Shop legt seine Konditionen selbst fest, manche zahlen nur pro Klick, manche nur pro Kauf. Setz einen Wert auf 0, wenn er nicht gilt.

FAQ

Häufige Fragen.

Wie viel verdienen Influencer im Durchschnitt?

Ein Durchschnitt hilft dir kaum weiter, weil das Geld aus ganz verschiedenen Quellen kommt. Honorare werden je Kooperation ausgehandelt, Provisionen und Klickvergütungen legen die Shops fest, und bei YouTube hängt die Beteiligung vom Umsatz aus Anzeigen und YouTube Premium ab. Planen kannst du am ehesten mit deinen eigenen Zahlen: Klicks, Käufe und angefragte Kooperationen.

Wie bekommen Influencer ihr Geld?

Das hängt von der Quelle ab. Für eine Kooperation schreibst du der Marke in der Regel eine Rechnung. Manche Partner erstellen die Abrechnung für dich als Gutschrift, das beschreibt auch der Leitfaden der hessischen Finanzverwaltung. Für das YouTube-Partnerprogramm brauchst du laut YouTube-Hilfe ein aktives AdSense-für-YouTube-Konto, das mit deinem Kanal verknüpft ist. Bei eigenen Produkten zahlt, wer bei dir kauft.

Zählen Gratisprodukte von Marken als Einnahme?

Laut Leitfaden der hessischen Finanzverwaltung ja, wenn du für das Produkt wirbst und es danach behalten darfst, mit dem üblichen Endpreis abzüglich üblicher Rabatte. Eine Hotelübernachtung gegen Werbung zählt mit ihrem regulären Wert. Laut NRW zählen Sachleistungen aus deiner Tätigkeit auch ohne konkrete Gegenleistung. Ob dann Einkommensteuer anfällt, hängt von deinem gesamten Einkommen ab. Was für dich gilt, klärst du mit deiner Steuerberatung.

Was ist der Unterschied zwischen Affiliate-Link und Rabattcode?

Beim Affiliate-Link erkennen Shop oder Partnerprogramm am Link, dass jemand von dir kommt, und vergüten dich je nach Programm pro Klick oder pro Kauf. Einen Rabattcode gibt deine Community beim Bezahlen ein, die Vergütung dafür vereinbarst du mit der Marke. Laut Leitfaden der Medienanstalten bekommt der Link ein Sternchen mit Erläuterung, der Code „Werbung“ oder „Anzeige“ direkt daneben. Die Finanzverwaltung NRW zählt beide zu den Einnahmen.

Stand der Angaben:

Quellen

Passende Fragen.

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